Der Wiener Neobroker Bitpanda hat von Investoren im Rahmen einer neuen Finanzierungsrunde 223,5 Mio. Euro (263 Mio. Dollar) erhalten. Die Unternehmensbewertung steigt damit auf rund 3,5 Mrd. Euro (4,1 Mrd. Dollar), teilte das Start-up am Dienstag mit. Auf Bitpanda können Kryptowährungen, Aktien und Edelmetalle gehandelt werden.

Die aktuelle Finanzierungsrunde für Bitpanda ist die größte Finanzspritze, die ein österreichisches Start-up jemals erhalten hat. Angeführt wurde die Runde von Peter Thiels Valar Ventures, weitere Investoren sind LeadBlock Partners, Jump Capital, Alan Howard und REDO Ventures. Die Finanzierungsrunde wurde bereits Anfang August unterzeichnet, die Finanzmarktaufsicht (FMA) muss aber noch grünes Licht dafür geben.

Bitpanda hatte bereits zuvor im März rund 152 Mio. Euro im Rahmen einer anderen Finanzrunde erhalten, insgesamt steckten Investoren bisher mehr als 420 Mio. Euro in den Wiener Neobroker. Ziel sei es, "Bitpanda zur Nummer-eins-Investmentplattform in Europa und darüber hinaus auszubauen", sagte Firmenchef Eric Demuth. Andrew McCormack, Partner von Valar Ventures, verwies auf die rasante Geschäftsentwicklung. Bitpanda habe mehr als 1,2 Millionen Nutzer im ersten Halbjahr 2021 neu hinzugewonnen und "ein beeindruckendes Nettoumsatzwachstum" erzielt.

Die Bitpanda-Gründer Eric Demuth, Paul Klanschek und Christian Trummer halten laut Firmenbuch noch immer die Mehrheit am Unternehmen. Das Start-up beschäftigt in Wien und in anderen europäischen Großstädten mehr als 500 Mitarbeiter.

Heuer flossen schon Rekordsummen

Investoren haben heuer in heimische Start-up bereits die Rekordsumme von über einer Milliarde Euro investiert. 2020 waren es 234 Mio. Euro. Der größte Investmentteil entfiel 2021 mit 376 Mio. Euro auf Bitpanda und mit 275 Mio. Euro auf die Wiener Online-Lernplattform GoStudent. Gestern, Montag, meldete das Wiener Marketingdaten-Start-up Adverity eine Finanzierungsrunde in Höhe von 102 Mio. Euro. (apa)