Die vom ehemaligen Commerzialbank-Mattersburg-Chef Martin Pucher in den 2000er-Jahren erworbenen Umweltpatente haben laut einem Gutachten einen weit geringeren Wert als von ihm erhofft. Statt der erhofften 300 bis 400 Millionen Euro seien diese im besten Fall 980.000 Euro wert, berichtete der "Kurier" am Mittwoch. Der deutsche Gutachter wurde von der Staatsanwaltschaft im Verfahren gegen Pucher eingesetzt.

Pucher hatte sich um Millionen Euro der Bank Patente eines deutschen Erfinders etwa für eine Ölbinder-Technologie oder CO2-Filter gesichert. Diese sollten später ein Vielfaches wieder einspielen. Im "Kurier" zeigte sich der Erfinder enttäuscht von den Masseverwaltern Gerwald Holper und Michael Lentsch und attestierte ihnen ein Unvermögen beim Versuch, die Patente zu Geld zu machen.

Lentsch erklärte allerdings gegenüber der Tageszeitung: "Wir nehmen die Geschichte mit den Patenten sehr ernst. Wir arbeiten mit Experten in Deutschland zusammen und haben Gott und die Welt angesprochen, ob es Interesse an den Patenten gibt." Mit Ausnahme eines Angebots über einen Euro habe man jedoch keines bekommen.

Feuerwehr bekam für SVM-Einsatz zu wenig Geld

Die Bankenpleite kostete auch der Mattersburger Feuerwehr viel Geld, denn für die Brandsicherheitswachen bei den Spielen von Puchers Fußballverein SV Mattersburg sei zu wenig verrechnet worden, wie "Kurier" und "Krone" ebenfalls am Mittwoch berichteten. Statt 1.400 Euro pro Spiel seien nur 350 Euro gezahlt worden. Von 2002 bis 2019 sei der Wehr dadurch ein Schaden von 328.064,15 Euro entstanden, heiße es in einem Zwischenbericht der "Soko Commerz". (apa)