Supermärkte und Diskonter sind die bevorzugten Einkaufsquellen der österreichischen Bevölkerung. Der Weg zum nächsten Supermarkt ist meist ohnehin nicht weit: Österreich gehört europaweit zu den Ländern mit der höchsten Filialdichte an Supermärkten.

Laut der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) gibt es in Österreich rund 5.300 Lebensmittelgeschäfte, dabei wird der Lebensmittelfachhandel nicht berücksichtigt. Die Versorgungsdichte in Österreich liege bei 60,1 Geschäften je 100.000 Einwohnern. In Deutschland betrage dieser Wert 45,5. "Damit fällt die Versorgungsdichte in Österreich um fast ein Drittel (pro Einwohner) höher als im Nachbarland aus", so der Branchengeschäftsführer der WKÖ, Christoph Tamandl.

Er erklärt weiter, dass die Dichte an Nahversorgern in Österreich im Zeitalter der Greißlereien (nach dem Zweiten Weltkrieg) mitunter noch höher gewesen sei als heute, da es vielerorts noch kleine Nahversorger gegeben habe. Mittlerweile sei der Lebensmitteleinzelhandel deutlich konzentrierter, so Tamandl. Außerdem hätten die Verkaufsflächen und das Warenangebot deutlich zugenommen.

In den österreichischen Gemeinden leuchtet großteils die gleiche Reklame. Kein Wunder, schließlich teilten sich 2020 die großen Player Spar, Rewe und die Diskonter Hofer und Lidl laut der Statistikdatenbank Statista mehr als 90 Prozent des Marktes. Ganz anders in Deutschland: Hier halten die führenden Unternehmen (Edeka-Gruppe, Rewe-Gruppe, Schwarz-Gruppe) im Lebensmittelhandel rund 64 Prozent der Marktanteile, wie aus den Daten hervorgeht.

"Die starke Konzentration im heimischen Lebensmitteleinzelhandel resultiert in einem sehr intensiven Wettbewerb der großen Marktteilnehmer. Um Marktanteile zu halten und zu sichern, ist es für die Marktteilnehmer wichtig, flächendeckend mit Filialen präsent zu sein und bestehende Märkte kontinuierlich auszubauen beziehungsweise zu modernisieren - zum Vorteil der Konsumenten", sagt Tamandl.

Starker Wettbewerb, niedrige Umsatzrentabilität

Der starke Wettbewerb sorgt zudem für eine niedrige Umsatzrentabilität im Lebensmitteleinzelhandel. Standorte an Ortsrändern können effizienter betrieben werden, als baulich beschränkte Filialen in Ortskernen. Damit die Ortszentren lebendig bleiben, die Bodenversiegelung eingedämmt wird und die Wettbewerbsvorteile von Filialen an Randgebieten nicht ausarten, schrauben die Bundesländer immer wieder an den Raumordnungs- und Baugesetzen herum, beobachtet die Raumplanerin Andrea Jeindl. So müssen beispielsweise in der Steiermark seit vergangenem Jahr Parkplätze im Freien nach der Größe des Betriebs limitiert oder als Hoch- beziehungsweise Tiefgarage errichtet werden.

Laut Tamandl bedarf es - je nach lokaler Situation - auch gezielter Fördermaßnahmen für kleine Lebensmittelgeschäfte im Ortszentrum, die oft von selbstständigen Kaufleuten betrieben würden. Dafür gäbe es in einigen Bundesländern bereits erfolgreiche Konzepte. So soll die Nahversorgung auch in kleinen Ortschaften und strukturschwächeren Gebieten abgesichert werden.