Dank hoher Immobilien-Aufwertungen hat die börsennotierte Immofinanz heuer im ersten Halbjahr einen hohen Konzerngewinn von 228,6 Millionen Euro erzielt, nach 120,4 Millionen Euro Verlust im Vorjahresvergleich. Bis Juni wurden 52,5 Millionen Euro positives Bewertungsergebnis aus den Bestandsimmobilien erzielt, 2020 waren es im Halbjahr durch Corona krisenbedingt -143,4 Millionen Euro Abwertungen. Das Finanzergebnis drehte ins Plus, die Mieterlöse blieben etwa gleich, teilte das Wiener Unternehmen mit.

Die Wertsteigerungen entfielen großteils auf Büroobjekte in Österreich und Deutschland und würden das anhaltend dynamische Marktumfeld reflektieren, erklärte die Immofinanz AG am Montagabend. Das Ergebnis aus der Geschäftstätigkeit (EBIT) verbesserte sich dementsprechend signifikant von minus 83,6 Millionen auf plus 155,9 Millionen Euro.

Das Ergebnis aus der Immo-Entwicklung drehte ebenfalls ins Plus, von -16,7 Millionen Euro auf 22,0 Millionen Euro, Grund waren vor allem positive Bewertungseffekte beim Büroprojekt in Düsseldorf. Immo-Verkäufe wurden im Halbjahr im Umfang von 148,6 Millionen Euro getätigt, wobei es sich vornehmlich um ältere Büroobjekte in Warschau und Budapest handelte.

Portfolioausbau soll fortgesetzt werden

Der Portfolioausbau wird - nach Akquisitionen in Bukarest und Italien in den letzten Monaten - fortgesetzt, so das Unternehmen: Die Pipeline für Akquisitionen und Projektentwicklungen habe ein Volumen von über einer Milliarde Euro.

Die Mieterlöse lagen von Jänner bis Juni bei 145,0 Millionen Euro, annähernd so viel wie ein Jahr davor (146,2 Millionen Euro).

Die Ergebnisanteile aus Equity-Beteiligungen drehten von 6,4 Millionen auf 124,1 Millionen Euro, hieß es in einer Aussendung. Davon entfielen 121,8 Millionen Euro auf die s Immo (85,3 Millionen Euro Wertaufholung der Beteiligung aufgrund des gestiegenen Aktienkurses und 36,5 Millionen Euro auf den Ergebnisanteil) - die Immofinanz hält eine Sperrminorität an der s Immo, doch wurde die geplante Übernahme abgeblasen, nachdem ein Kippen der Stimmrechtsbegrenzung in der Satzung der s Immo nicht möglich war; umgekehrt plant die s Immo eine Entflechtung und will den 13,4-prozentigen Anteil an der Immofinanz noch heuer abstoßen, wie CEO Bruno Ettenauer erst am Montagvormittag in einem Aktionärs-Call erklärt hatte.

Das Finanzergebnis der Immofinanz drehte heuer bis Juni durch die genannten Ergebnisanteile auf 91,6 (-42,4) Millionen Euro. Die Cash-Generierungsgröße FFO 1 aus dem Bestandsgeschäft (vor Steuern und inkl. Zinsabgrenzung für Anleihen) stieg um 7,7 Prozent auf 64,4 (59,8) Millionen Euro, höher als das Vorkrisen-Niveau von 2019. Der FFO 1 je Aktie sank wegen einer höheren Aktienzahl von 0,59 auf 0,52 Euro. Der Substanzwert EPRA NTA wuchs seit Jahresanfang um 7,8 Prozent auf 30,0 Euro je Aktie. Der Hauptversammlung am 19. Oktober wird wie berichtet für 2020 eine auf 0,75 Euro/Aktie erhöhte Dividende vorgeschlagen. (apa)