"In Österreich ist der Onlinehandel heuer pandemiebedingt um 20 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro nach oben geklettert. Dieser Trend wird sich fortsetzen, weil die Konsumentinnen und Konsumenten während der Lockdowns die Vorzüge des Online-Shoppings für sich entdeckt haben", erklärt Rainer Will, Geschäftsführer des österreichischen Handelsverbandes.

Zum vierten Mal hat der Handelsverband eine Studie zum Thema Onlineshops durchgeführt. Es beteiligten sich 365 Onlineshops, 284 Schweizer und 63 österreichische Onlinehändler, an der repräsentativen Befragung. Das Ergebnis kurz zusammengefasst: Neun von zehn Onlineshop-Betreibern in der Schweiz und Österreich haben in den letzten anderthalb Jahren neue Kunden gewonnen.

Die Konsumenten kaufen dabei bei rund 40 Prozent der Anbieter sogar häufiger ein, bei jedem zweiten davon zusätzlich auch noch größere Mengen. 88 Prozent der Onlinehändler verzeichneten im Jahr 2020 ein Umsatzwachstum, bei mehr als einem Drittel war es mit über 30 Prozent zudem sehr stark.

Mehr Investitionen in die Online-Zukunft

Der Großteil der Online-Anbieter (92 Prozent) erwartet nach diesen Erfahrungen auch für die Zeit nach der Pandemie ein nachhaltiges Wachstum. Die Mehrheit von ihnen hat daher bereits zusätzliches Personal eingestellt, etwa für Lager und Bestellverarbeitung. Onlinehändler haben zudem weiter in den Ausbau ihrer Lagerkapazitäten und in ihre IT-Systeme investiert. Inzwischen verkauft mehr als die Hälfte von ihnen ihre Produkte auch auf virtuellen Marktplätzen wie Digitec Galaxus oder Amazon.

Andererseits haben auch viele "Omnichannel-Anbieter", also jene, die sowohl stationäre Ladengeschäfte als auch Onlineshops betreiben, ihre eCommerce-Abteilungen ausgebaut oder organisatorisch aufgewertet.

"Corona hat sich im eCommerce zu einem wahren Kundenbindungsprogramm entwickelt, durch das neun von zehn Onlineshops wachsen konnten. Bei Dreiviertel der Anbieter ist auch das Online-Marketingbudget seit der Pandemie angestiegen. Fast die Hälfte verzeichnete eine höhere Bestellfrequenz", führt Rainer Will aus.

"Die 14.500 österreichischen Webshops müssen allerdings jeden zweiten Euro, der online ausgegeben wird, an ausländische Anbieter abgeben," gibt er allerdings dann noch zu bedenken.

Auch für die Online-Händler gilt es derzeit allerdings besondere Herausforderungen bei der Beschaffung zu bewältigen: Rund drei von vier geben laut Studie an, dass ihre Lieferanten verzögert oder gar nicht liefern können. Daneben spüren 70 Prozent von ihnen einen zunehmenden Wettbewerbs- und Preisdruck.

Online einkaufen oder Shopping als Erlebnis

Von jenen Händlern, die sowohl online wie auch stationär im Geschäft verkaufen, erwartet mehr als die Hälfte, dass es in den kommenden Jahren weniger stationäre Ladengeschäfte geben wird. Erlebnisgeschäfte oder Showrooms, in denen nur noch ausgewählte Online-Produkte angeboten werden, scheinen hier einen möglichen Ausweg zu bieten.

Bezahlt wird im Web übrigens nach wie vor am liebsten mit Kreditkarte und auf Rechnung. Allerdings gibt es Zuwächse bei mobilen Verfahren: So bieten über die Hälfte der Shops die Zahlung mit Twint an. Technisch im Hintergrund abgewickelt werden die Überweisungen am häufigsten über PayPal, Post Finance, Worldline und Datatrans.(red.)