Erste-Group-Vorstandschef Bernhard Spalt sieht die Chancen der Wiener Großbank bei Akquisitionen in Osteuropa verbessert. Die Kombination aus beschleunigter Inflation einerseits und fortgesetzter Krisenunterstützung durch die Zentralbanken andererseits setze den Sektor unter Druck und werde Transaktionen befördern, sagte Spalt in einem Interview mit der US-Finanznachrichtenagentur Bloomberg.

"Generell bevorzuge ich Akquisitionen gegenüber der Auszahlung von Sonderdividenden," so Spalt. "Wir können unser Geld für Besseres verwenden, als es an Aktionäre auszuzahlen." Spalt nimmt allerdings nicht nur den Kauf ganzer Banken ins Visier, sondern interessiert sich auch für Portfolios. Derzeit gehe es aber nur um Deals, die ohne Kapitalerhöhung zu stemmen wären. Die Erste Group hat knapp eine Milliarde Euro für Übernahmen reserviert.

Zuletzt hat die Erste, die auch das Spitzeninstitut der österreichischen Sparkassen ist, in Ungarn den Broker Random Capital zugekauft. Die wichtigste ausstehende Transaktion in der Region ist der Verkauf der Ungarn-Sparte der Commerzbank AG, an dem auch die Erste Interesse angemeldet hat. (apa)