Die österreichische Sägeindustrie erwartet für heuer einen erneuten Produktionsanstieg und der Holzmarkt habe sich normalisiert. Diese Einschätzung hat am Freitag der Fachverband der Holzindustrie Österreich in Pörtschach am Wörthersee getroffen. Anlässlich des jährlichen Holztages wurden aber auch Pläne der EU für die Stilllegung von Waldflächen für die Holzernte kritisiert.

Markus Schmölzer, der Vorsitzende der österreichischen Sägeindustrie, und Georg Jung, Präsidiumsmitglied des WKO-Bundesgremiums Holzhandel, gaben vor Journalisten einen Einblick die Entwicklung der Branche im vergangenen und heurigen Jahr. Die Sägeindustrie blicke trotz Pandemie auf ein erfolgreiches Jahr 2020 zurück. "Wir wachsen stetig und nachhaltig", sagte Schmölzer.

Vergangenes Jahr wurden in Österreich 10,6 Millionen Kubikmeter Schnittholz produziert. Der bisherige Jahresverlauf lasse für 2021 eine weitere Steigung von sechs Prozent auf 11,2 Millionen Kubikmeter vermuten. In Europa positioniere sich Österreich somit auf dem vierten Rang. Weltweit gehöre man mit Platz neun zu den erfolgreichsten Nationen. Ebenfalls gestiegen sei die Nadelschnittholzproduktion, der in der DACH-Region ein Wachstum von zwölf Prozent (ca. 40 Millionen Kubikmeter) vorhergesagt wird.

Holzhandel von Pandemie-Folgen erholt

Mittlerweile habe sich der Holzhandel von den Folgen der Pandemie wieder erholt, erklärten die Branchenvertreter, man befinde sich wieder auf Vorkrisen-Niveau. Jung betonte vor allem die Relevanz der Beziehungen ins Ausland und zu den Nachbarstaaten. 46 Prozent des heimischen Nadelschnittholzexports gehen nach Italien. Weitere 20 Prozent liefert Österreich nach Deutschland. "Der Nadelschnittholzexport aus Österreich nach Italien ist der viertgrößte Warenstrom weltweit", sagte Jung. Diskussionen über Import- und Exportbeschränkungen würden den Markt somit verunsichern.

Pläne der EU für die Stilllegung von Waldflächen für die Holzernte unterstütze der Fachverband nicht. Bei einer zehnprozentigen Reduzierung der Rohstoffbasis hätte man laut einer Studie einen Wertschöpfungsverlust in der Forst- und Holzwirtschaft von 8,6 Prozent, mehr als 15.000 Jobs wären gefährdet.

"Die Nachfrage nach Holz wird weiter hoch bleiben", war sich Schmölzer sicher. Den starken Preisanstieg versuchte er zu relativieren: "In den letzten 20 Jahren befand sich Holz immer am gleichen Preisniveau. Heuer hat es sich im Vergleich zu anderen Rohstoffen moderat entwickelt." Eine Preisstabilisierung wird aus seiner Sicht eintreffen. Speziell im Kampf gegen den Klimawandel werde dem Rohstoff eine verstärkte Anwendung zugesprochen. "Voraussetzung dafür ist die Verfügbarkeit des Rohstoffes", meinte Schmölzer. Daher würden auch in Zukunft eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und der stetige Rohstoffimport angestrebt. (apa)