Am kommenden Montag verhandelt die Metalltechnische Industrie in der zweiten Runde den Kollektivvertrag (KV) für 2022, auf dem Tisch liegt die Gewerkschaftsforderung von 4,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Gibt es keine Einigung, dann wird am nächsten Tag weiter gefeilscht, vorsorglich gibt es auch schon einen vierten Termin, den 21. Oktober. Arbeitgeber wie Arbeitnehmer erwarten zähe Verhandlungen.

Bereits geeinigt haben sich die Großbäcker und gewerblichen Bäcker sowie die Brotindustrie. Sie schlossen Anfang dieser Woche mit einem Plus von 2,11 Prozent brutto ab. In der Lederindustrie hingegen hängt der Haussegen ordentlich schief. Hier liegt der Mindestlohn noch immer bei 1.305 Euro, während in nahezu allen anderen Branchen bereits 1.500 Euro aufwärts der Standard ist. Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA haben deswegen gestern zu drastischen Worten gegriffen und von einem "Schandfleck Lederindustrie" gesprochen.

Die Arbeitgeber in der Metalltechnischen Industrie haben zuletzt gewarnt, dass die Gewerkschaftsforderungen Mehrkosten von bis zu zehn Prozent verursachen werden. Die Arbeitnehmervertreter von PRO-GE und GPA wiederum richteten den Industrievertretern aus: "Die Kampfbereitschaft ist bereits zu Beginn der Lohn- und Gehaltsrunde hoch."

Die Forderungsschwerpunkte der Gewerkschaften bei den heurigen Kollektivvertragsverhandlungen sind: Die Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent. Eine Anhebung der Zulagen für die 2. und 3. Schicht bzw. für die Nachtarbeit. Diese sollen künftig verdreifacht (auf 1,50 Euro pro Stunde) bzw. verdoppelt (auf 5 Euro pro Stunde) werden. Ein selbstbestimmter Verbrauch von Gleitzeitguthaben in ganzen Tagen. Eine Erhöhung der Lehrlingseinkommen auf 1.000 Euro (1. Lehrjahr), 1.300 Euro (2.), 1.600 Euro (3.) und 2.000 Euro (4. Lehrjahr).