Wann, wenn nicht jetzt? Seit Tagen prasselt auf online-affine Konsumenten eine Rabattaktion nach der anderen ein, und es fällt schwer, angesichts der teils eklatanten Preisnachlässe rund um Black Friday und Cyber Monday nicht auf den Bestellknopf zu klicken. Doch so verlockend die Angebote auch sind: Nicht immer verbergen sich hinter ihnen echte Schnäppchen. Zudem besteht auch die Gefahr, im Kaufrausch Betrügern auf den Leim zu gehen, so Manuela Delapina von der Arbeiterkammer (AK) Wien.

Man sollte zumindest österreichischen Online-Shops den Vorzug geben, lautet ein "Weihnachtsappell", den Martin Sonntag, Obmann des Versand- und Internethandels in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), an die Konsumenten richtet. "Gerade während des erneuten Lockdowns ist es wichtig, den heimischen Online-Handel zu stärken und einen weiteren Abfluss von Kaufkraft, Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen ins Ausland zu verhindern", so Sonntag in einer Aussendung.

Doch beginnen wir von vorne. Der berüchtigte Black Friday wird in den USA schon seit Jahrzehnten am Freitag nach Thanksgiving (der vierte Donnerstag im November) als großer Einkaufs-Event für die ganze Familie zelebriert. Die Geschäfte öffnen oft bereits um Mitternacht und locken mit üppigen Rabatten. Nach und nach trat das Phänomen Black Friday auch in anderen Ländern in Erscheinung, so auch in Österreich. Im Zuge des Onlineshopping-Booms gesellte sich der Cyber Monday als weiterer Schnäppchentag dazu. "Gerade bei ganz tollen Angeboten sollte man aber aufpassen", sagt Manuela Delapina im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Um Rabatte möglichst verlockend wirken zu lassen, würden Händler bei ihren Aktionspreisen meist von sehr hohen Listenpreisen ausgehen. Was auf den ersten Blick ein Schnäppchen sei, könne sich als Produkt zum Normalpreis herausstellen. Gerade bei teuren Artikeln sollte man daher die Preisentwicklung über längere Zeit mit Online-Preissuchmaschinen wie geizhals.at oder idealo.at beobachten.

Nicht unter Druck setzen lassen

Bei Aktionen wie "minus 25 Prozent auf alles" gebe es im Kleingedruckten dann doch oft zahlreiche Ausnahmen. Beliebte Tricks, um Kunden zu einem raschen Kauf zu drängen, seien Countdowns und angebliche limitierte Kontingente bei bestimmten Artikeln. Tipp der Arbeiterkammer-Expertin: "Lassen Sie sich durch Spezialangebote auf bestimmte Zeit nicht unter Druck setzen."

Aktionsartikel seien außerdem auch oft von speziellen Black-Friday- beziehungsweise Cyber-Monday-Rabatten ausgenommen. "Es kommt immer wieder vor, dass gerade am Black Friday fast alle Artikel in Aktion und somit vom speziellen Rabatt ausgenommen sind", so Delapina.

Mittlerweile machen viele Händler vor dem Black Friday und Cyber Monday auch schon eine Black-Friday-Woche bzw Cyber-Monday-Woche danach. Zum Teil kann es hier noch größere Preisnachlässe als am Black Friday geben. Die größten Preisnachlässe gibt es oft bei bereits älteren Modellen.

Auch Betrüger wittern in der Zeit der exzessiven Kauflaune ihre Chance. Werde die Identität eines Online-Shops nicht preisgegeben, etwa weil das Impressum unvollständig oder gar nicht vorhanden sei, handle es sich um einen Fake-Shop, so Delapina. Oft komme man beim Klick auf das Impressum nur auf eine Kontaktseite, wo Daten des Kunden oder der Kundin abgefragt werden. "Hier muss man besonders aufpassen. Diese Daten wurden auch schon verwendet, um unter falschem Namen einen neuen Fake-Onlineshop zu eröffnen – dann steht man plötzlich als Betrüger da, wenn bestellte und bezahlte Waren nicht geliefert werden."

 Auch eine Vorauszahlungspflicht sei ein häufiges Merkmal von Fake-Shops, so die Internet Ombudsstelle, die vom Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz sowie von der Arbeiterkammer gefördert wird. Aktuelle Warnmeldungen und ausführliche Tipps zum Erkennen von Betrugsfallen bietet die Watchlist Internet unter www.watchlist-internet.at.

Häufige Stornierungen

Wer ein Black-Friday-Schnäppchen ergattert hat, sollte sich auch nicht zu früh freuen. Denn in den letzten Jahren seien am Black Friday eingegangene Bestellungen häufig wieder storniert worden – und zwar durch die Online-Händler. "Ob das erlaubt ist, muss im Einzelfall beurteilt werden und richtet sich danach, ob bereits ein verbindlicher Kaufvertrag zustande gekommen ist. Eine Bestellbestätigung oder Zahlungsaufforderung bedeuten nicht zwangsläufig, dass dies der Fall ist. Wurde jedoch ein Kaufvertrag geschlossen, darf der Händler die Bestellung nicht einfach stornieren, sondern muss diese zum vereinbarten Preis auch liefern", so die Internet Ombudsstelle.