Die vom tschechischen Milliardär Radovan Vitek kontrollierte CPI Property Group (CPIPG) hat Freitagabend angekündigt, ein milliardenschweres Kaufangebot für die börsennotierte Immofinanz zu legen. Die in Luxemburg ansässige CPI wolle den Aktionären 21,20 Euro pro Aktie bieten auf einer cum-Dividenden-Basis. Der angebotene Preis liege um 4,2 Prozent über dem Durchschnittskurs der Aktie der letzten sechs Monate. Die Immofinanz erklärte daraufhin, man werde ein Angebot prüfen.

Die Immofinanz teilte Freitagabend mit, dass die CPI Property Group (CPIPG) ein "Antizipatorisches Pflichtangebot" legen wolle. Immofinanz-Vorstand und -Aufsichtsrat werden ein Angebot prüfen und zu gegebener Zeit gemäß den Bestimmungen des Übernahmegesetzes dazu Stellung nehmen, heißt es in der Pflichtmitteilung. Die CPI wird von Radovan Vitek kontrolliert, dessen Vermögen auf knapp 5 Milliarden Dollar (4,1 Milliarden Euro) geschätzt wird. Bei der Immofinanz ist bisher dessen Sohn Radovan Patrick Vitek als Investor aufgetreten.

Die CPI wolle ein antizipatorisches Pflichtangebot für alle ausgegeben Immofinanz-Aktien abgeben. Den Aktionären sollen 21,20 Euro in bar je Immofinanz-Aktie auf einer cum-Dividenden-Basis angeboten werden. Dies entspricht dem Schlusskurs der Aktie an der Wiener Börse am 2. Dezember, und einer Prämie von 4,2 Prozent gegenüber dem volumengewichteten 6-Monats-Durchschnittskurs je Aktie. Es werde keine Mindestannahmeschwelle gelten.

Das Angebot der CPI werde durch deren Kapitalressourcen finanziert, einschließlich einer Überbrückungsfinanzierung von 2,5 Mrd. Euro durch ein Konsortium folgender Banken: Banco Santander, Credit Suisse, Erste Group Bank, Goldman Sachs Bank, HSBC, Raiffeisen Bank International, Societe Generale/Komerční Banka, und UniCredit.

Mit dem heutigen Tag besitze die CPI bereits eine Beteiligung an der Immofinanz von 21,4 Prozent (26,387.094 Aktien). Weitere 10,6 Prozent seien unter Vorbehalt erworben, was einer Gesamtbeteiligung von 32,0 Prozent entspreche. Einen großen Teil ihres Aktienpakets hat die CPI erst in den letzten Tagen erworben, geht aus den Mitteilungen hervor.

Aktienkaufvertrag beschlossen

Am 1. Dezember 2021 haben CPI und Mountfort Investments S.à r.l. einen Kaufvertrag über den Erwerb aller Anteile der WXZ1 a.s. abgeschlossen, die 14,071.483 Immofinanz-Aktien direkt hält, was einer Beteiligung von ca. 11,4 Prozent des Grundkapitals entspricht. Zusammen mit den bisher von CPI gehaltenen bzw. parallel am Markt erworbenen Immofinanz-Aktien hält CPI insgesamt 26,387.094 Aktien, was einer Beteiligung von rund 21,4 Prozent am Grundkapital der Immofinanz entspricht.

Heute, am 3. Dezember, haben CPI und RPPK Immo GmbH einen (bedingten) Aktienkaufvertrag über den Erwerb von (weiteren) 13,029.155 Immofinanz-Aktien durch CPI abgeschlossen, was einer Beteiligung von 10,6 Prozent des Grundkapitals entspricht. Die Immofinanz und die s Immo sind aneinander beteiligt. CPI hält nach eigenen Angaben nun auch 11,6 Prozent an der s Immo, wie sie Freitagabend mitteilte.

Der Vollzug des Aktienkaufvertrags zwischen CPI und RPPK Immo sowie das Übernahmeangebot stehen unter dem Vorbehalt der fusionskontrollrechtlichen Freigabe in Deutschland, Österreich, Polen, Rumänien, Serbien, der Slowakei, der Tschechischen Republik und Ungarn, heißt es in den Mitteilungen. (apa)