Wie können Konsumenten erkennen, dass das Fleisch aus dem Supermarktregal nicht von Tieren stammt, die mit Soja gefüttert wurden, für das Regenwald in Südamerika abgeholzt wurde?

Soja aus Südamerika importiert in Österreich vor allem die Schweinefleischindustrie. Zum Einsatz kommt dort laut Matthias Krön, Obmann des Vereins Donau Soja, auch oft gentechnisch verändertes Soja. Dieses ist um 10 bis 20 Prozent billiger als gentechnikfreies, was das Kilogramm Schweinefleisch um etwa 10 Cent günstiger macht. Frei von Gentechnikfutter sind hingegen heimisches Geflügel und zum Teil Rindfleisch.

Check mit Siegel und App

Eine Garantie, dass verwendete Futtermittel frei von Gentechnik waren, dass dafür keine Regenwälder gerodet wurden und dass sie keine langen Transportwege verursachten, bietet das Siegel von Donau Soja. Der Verein funktioniert wie ein Bioverband, definiert Regeln, überwacht mit unabhängigen Kontrollstellen deren Einhaltung und deckt 20 Prozent des Sojamarktes in Österreich ab.

Für Konsumenten sei es aktuell sehr schwierig, Soja in einzelnen Produkten zu erkennen, kritisiert auch die WWF-Programmdirektorin für nachhaltige Ernährung, Hannah-Heidi Schindler. Sie empfiehlt, auf Bio-Siegel zu achten, für die zumindest nur zertifiziertes Soja zum Einsatz kommen darf. Der WWF erkennt auch das Siegel von Donau Soja sowie das Europe-Soja-Siegel an. Die Umweltschutzorganisation hat zudem ein Online-Tool entwickelt, das auf verstecktes Soja hinweist: "#HiddenSoy" soll aufzeigen, dass jeder EU-Bürger rund 60 Kilo Soja isst, direkt oder indirekt.

Schindler erklärt, es gebe zwar politische Bestrebungen, das AMA-Gütesiegel für die Schweinemast weiterzuentwickeln und auch hier auf Gentechnik-Soja zu verzichten. Allerdings müsste sich dabei der Fokus auch auf regionale Futtermittel richten. Die Entwaldung durch Futtermittel werde noch nicht thematisiert.

Heimische Nutztiere werden neben Soja mit Mais und Weizen gefüttert. Futtermittelimporte sind notwendig, weil der Fleischkonsum so hoch ist, was sich wiederum aus dem extrem niedrigen Preis ergibt. So kostet Fleisch heute nicht mehr als vor 50 Jahren, während Brot im selben Zeitraum um 800 Prozent teurer wurde, erklärt Krön. Paradoxerweise hat dabei der billige Weizen seine "Körner im Spiel", denn die Futterkosten machen bei Fleisch rund 50 Prozent des Verkaufspreises aus, bei Brot nur 7 Prozent. Zwei Drittel des österreichischen Bedarfs könnten allerdings mit heimischem Soja gedeckt werden, der Rest könnte aus Nachbarländern kommen, betont Krön. Derzeit werde in Österreich nur auf 6 Prozent der Ackerfläche Soja angebaut. Donau(red.)