In der Fleischbranche ist ein Streit zwischen dem steirischen Fleischunternehmer Karl Schirnhofer und dem Billa-Konzern Rewe eskaliert. Wie mehrere Zeitungen am Dienstag berichteten, wirft Schirnhofer Billa und BillaPlus in einem Brief an Lieferanten "erpresserische Methoden" vor. Er werde preislich "enorm unter Druck gesetzt" und es werde versucht, ihm einen Teil des Ochsengeschäfts wegzunehmen, so Schirnhofer. Der Handelskonzern kündigte rechtliche Schritte an.

Da eine Rewe-Mitarbeiterin in dem Brief des Unternehmers "persönlich wie öffentlich völlig ungerechtfertigt mit unzulässigen Anschuldigungen überschüttet, verleumdet und deren Ruf dadurch geschädigt wird", will der Handelsriese dagegen vorgehen. Die in dem Brief genannten Vorwürfe werden von Rewe auf das Schärfste zurückgewiesen, so der Konzern laut "Kleine Zeitung", "Kronen Zeitung" und "Standard".

Rewe ist selbst in die Fleischverarbeitung eingestiegen

Im Streit geht es darum, dass Rewe selbst in die Fleischverarbeitung eingestiegen ist und in Zukunft von den über 500 Almo-Bauern direkt mit Almochsenfleisch beliefert werden möchte. Allerdings ist Schirnhofer seit 28 Jahren Exklusiv-Partner der Almo-Bauern und als solcher für Zerlegung und Vertrieb zuständig.

Der Obmann der Almo-Bauern, Johann Pessl, bestätigte, dass es als eine Variante am Tisch liege, dass die Almo-Bauern künftig direkt - ohne Schirnhofer dazwischen - an Rewe liefern. Dies allerdings gehe nicht ohne die Zustimmung Schirnhofers. "Wir versuchen in Gesprächen zu einer Lösung zu kommen", sagte Pessl laut "Kleine Zeitung". Dass Pessl Schirnhofers Liquidität anzweifelt, wie der Fleischer in seinem Brief an die Bauern anklingen lässt, sei falsch. "Es gibt und gab nie Zahlungsprobleme", sagte der Bauernvertreter zum "Standard". Man habe aufgrund längerer Zahlungsziele lediglich Bankgarantien eingefordert. Schirnhofers Zusage, die Zahlungsfrist für Ochsen zu verkürzen, sei ein Schritt in die gewünschte Richtung. (APA)