Knapp eine Milliarde Euro investiert die Österreichische Glasfaser-Infrastrukturgesellschaft (ÖGIG) bis zum Jahr 2025 in den Ausbau des Breitbandinternets. Glasfaser bis in den einzelnen Haushalt, bis in die Unternehmen hinein, ist dabei ihre Mission, denn: "Nur dann ist die Geschwindigkeit auch sichergestellt", wie es ÖGIG-Chef Hartwig Tauber formuliert.

Die ÖGIG ist eine 100-Prozent-Tochter der Allianz, die Investitionssumme wird von dieser als Eigenkapital zur Verfügung gestellt. Bis 2030 will man eine Million Haushalte und Betriebe mit Glasfaser versorgen.

Dabei sieht sich die ÖGIG als reine Infrastruktur-Lieferantin, Services und die dazu gehörigen Tarife kommen von den verschiedenen Internet Service Providern, welche diese Infrastruktur nutzen. Das so bereitgestellte offene Netz biete jedenfalls die Chance auf richtigen Wettbewerb mit Wahlfreiheit und Angebotsvielfalt für die Endkunden, unterstreicht man von Seiten der ÖGIG.

Bedarf gibt es hierzulande genug, liegt doch Österreich bei der Glasfaser-Anbindung auf den hintersten Rängen im gesamteuropäischen Vergleich.

Vor allem im ländlichen Raum sieht es traurig aus mit schnellem Internet. Dies hat sich insbesondere in Pandemiezeiten und durch den verstärkten Bedarf aufgrund von Home Office, Home Schooling sowie verstärkter Nutzung von Video-Streaming als problematisch erwiesen.

Höchste Infrastruktur-Rendite

Infrastruktur sei eben mehr als Straße, Schiene und womöglich noch Pipelines, unterstreicht Tauber am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Glasfaser-Anbindung sei mittlerweile durchaus mit Wasser- oder Stromanschluss zu vergleichen, betont er. Kosten soll ein solcher Anschluss übrigens in der Ausbauphase pro Haushalt etwa 300 Euro, danach wird es teurer.

Das Geschäft mit der speziellen Infrastruktur zahlt sich nicht nur für die ÖGIG aus. "Investitionen in Glasfaser bringen die höchste gesamtwirtschaftliche Rendite von allen Infrastruktur-Investitionen", so Tauber. Man hat sich vom Economica-Institut ausrechnen lassen, wie genau es um die gesamtwirtschaftlichen Effekte dieser Investitionen steht.

"Durch jeden im Breitbandausbau durch die ÖGIG investierten Euro entstehen etwa weitere 0,68 Euro Bruttowertschöpfung in Österreich.", erläutert Christian Helmenstein, Geschäftsführer des Economica Instituts hierzu. Weiters führt er aus, dass so von 2022 bis 2025 rund 9.500 Jahresbeschäftigungsverhältnisse erhalten oder geschaffen werden. Die Investitionen erbringen zudem laut Studie einen totalen fiskalischen Effekt in Höhe von 438,2 Millionen Euro, was in etwa den Einnahmen durch die Normverbrauchsabgabe NoVa entspricht.

Die Wertschöpfungseffekte der Investitionen für Gesamtösterreich liegen bei insgesamt 634,2 Millionen Euro. Davon entfallen 190,0 Millionen Euro auf die direkten, 424,9 Millionen Euro auf die indirekten und 19,3 Millionen Euro auf die induzierten Effekte, rechnet Helmenstein vor.

Sieben Bundesländer, 140.000 Anschlüsse pro Jahr

"Wir haben gewusst, dass unsere Investitionen volkswirtschaftlich positive Effekte haben werden, aber diese Zahlen sind dennoch sehr beeindruckend", zeigt sich ÖGIG-Chef Tauber naturgemäß höchst erfreut. Und er fügt noch hinzu, man würde sich natürlich noch mehr freuen, wenn die solcherart erwirtschafteten, zusätzlichen Steuereinnahmen auch wieder zurück in den Breitbandausbau fließen würden.

Sieben Bundesländer hat die ÖGIG für ihre Glasfaser-Initiative auserkoren. Wien und Salzburg sind nicht dabei, weil dort bereits eine hohe Versorgungsdichte herrscht. In Niederösterreich ist das Angebot aufgrund des seit zwei Jahren bestehenden Joint-Ventures NÖGIG mit der Landesregierung schon weit gediehen. 2021 wurden dort bereits 35.000 Haushalte und Betriebe angeschlossen. Ende letzten Jahres wurde die Erweiterung um 200.000 zusätzliche Haushalte auf bis zu 340.000 Haushalte finalisiert.

2022 sollen rund 70.000 Anschlüsse österreichweit fertig. "Ziel ist es, auf mehr als 100.000 hergestellten Anschlüssen pro Jahr zu kommen", so Tauber. 40.000 weitere sollen pro Jahr allein in Niederösterreich entstehen. Knapp ein Drittel der Gesamtsumme, 288,9 Millionen Euro, fließt in den Glasfaserausbau Kärntens, 166,8 Millionen in die Steiermark, 158,8 Millionen Euro nach Niederösterreich und 148,1 Millionen Euro nach Tirol.