Die Bauwirtschaft ist in Österreich im Jahr 2021 substanziell gewachsen - großteils aber durch Preissteigerungen. Das zeigt eine Marktanalyse von Branchenradar. Demnach stieg der Bauproduktionswert der gesamten Bauwirtschaft um 11 Prozent auf 50,9 Milliarden Euro. Jedoch hätten die Baupreise im Hochbau um 9,8 Prozent und jene im Tiefbau um 2,2 Prozent zugelegt, erklärte das Marktforschungsinstitut am Freitag. Real sei der Zuwachs somit deutlich niedriger.

Im Wohnbau wuchs die Bauproduktion demnach um 11,9 Prozent auf 23,9 Milliarden Euro, im Nicht-Wohnbau um 13,7 Prozent auf 17,9 Milliarden Euro und im Tiefbau um 4,3 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro. Preisbereinigt sei vom angesagten Bauboom nicht mehr ganz so viel übrig geblieben. Real sei die Bauleistung im Wohnbau und im Tiefbau lediglich um etwa zwei Prozent angestiegen, im Nicht-Wohnbau um rund vier Prozent.

Die von Branchenradar genannten Baupreis-Erhöhungen berücksichtigen kleinere Bauvorhaben, Gebäudesanierungen und Verkehrsflächenertüchtigungen, die dem Institut zufolge vom offiziellen Baupreisindex nicht abgebildet werden.

Dass die Preise speziell im Hochbau rasch stiegen, liege an den für Bauunternehmen davonlaufenden Baukosten. So hätten sich etwa im Wohnungs- und Siedlungsbau die Gesamtbaukosten um mehr als zehn Prozent nach oben katapultiert. Kostentreiber seien weniger Löhne und Gehälter - die Arbeitskosten hätten nur um 2,1 Prozent zugelegt -, sondern vielmehr massiv steigende Materialpreise: "Gegenüber 2020 kam es hier zu einem Anstieg um gut achtzehn Prozent." (apa)