Knapp zehn Millionen Euro hat die Falkensteiner Gruppe 2021 über Crowd-investing eingenommen. Sechs Millionen Euro generierte das Unternehmen im Mai 2021. Sie flossen größtenteils in die Renovierung bestehender Häuser.

Bei den bisherigen Crowd-Kampagnen wurde für die Hotels Kapital gesammelt. Nun überlegen die Falkensteiners mit einer eigenen Business Unit, dieses Feld in Zukunft zu erweitern. In der mittlerweile bereits siebenten Finanzierungsrunde erlöste man jedenfalls zuletzt im Dezember des vergangenen Jahres rund 3,5 Millionen Euro, die nun für einen starken Auftritt am deutschen Markt sorgen sollen.

Die Idee, Crowdinvestment einzusetzen und "mit der Kraft von vielen zu wachsen", kam von CEO Otmar Michaeler, der mit den Falkensteiner-Brüdern Erich und Andreas die FMTG führt, die Falkensteiner Michaeler Tourism Group. Durch die Beratungstätigkeit für Start-ups kam man mit der für diese Welt typischen Finanzierungsform in Kontakt. Da lag es nahe, ausprobieren, ob die "Schwarmfinanzierung" auch im Tourismus funktionieren würde.

Sechs Jahre und sieben Finanzierungsrunden später sowie durch rund 26 Millionen Euro derart generiertes Kapital beflügelt, ist man sich sicher, dass es funktioniert. Immerhin betreibt das 1957 in Südtirol gegründete Familienunternehmen aktuell rund 30 Hotels in sieben Ländern, beschäftigt über 2.200 Mitarbeiter sowie 1.000 Saisonarbeiter.

Hotelgutscheine
als Rendite-Variante

Belohnt werden die Crowd-Investoren der Falkensteiner Gruppe auf Wunsch übrigens in Beherbergungsgutscheinen, wie man dies etwa auch vom Schweizer Unternehmen Hapimag kennt. Zwei Drittel des spendablen Schwarms entscheidet sich für diese Rendite-Variante. Und das kommt wiederum dem Unternehmen und insbesondere der Hotelauslastung zugute. Denn wenn Investoren zu Stammgästen werden, hat man eben doppelt gewonnen.

Es gibt auch die Möglichkeit, die Rendite in Form von Zinsen zu erhalten. Zuletzt wurden diese im September 2021 an 1.800 Investoren ausgezahlt. Die nächste Ausschüttung ist Ende März.

Die Falkensteiner Gruppe beschäftigt sich übrigens nicht nur mit dem Betrieb von Hotels. Das Unternehmen ist tatsächlich ein Dienstleistungskonzern, unterteilt in drei Geschäftsbereiche: Hotellerie, Standort- und Projektentwicklung sowie Tourismus-Consulting.

Die Corona-Krise hat jedoch auch die Falkensteiner Gruppe getroffen. Zwar ist man ist als Anbieter von Ferienhotellerie gut über die Runden gekommen. Trotzdem waren die Häuser letztes Jahr insgesamt fünf Monate geschlossen, "weshalb das Jahr 2021 insgesamt ein schwieriges war", wie es von Seiten des Unternehmens heißt. Die diversen Lockdown-Pausen wurden jedoch für Renovierungen und Konzept-Überarbeitungen genutzt. Kurzarbeit und Corona-Hilfen haben herbere Einbrüche verhindert.

Luxus-Camping weiterentwickeln

Angesichts dessen ist die nähere Zukunft nicht ganz so expansionsfreudig geplant wie in den Vor-Corona-Jahren. Eine Idee hat die Pandemie aber offenbar "geboostert": Der Tourismus-Konzern will sein Luxus-Camping-Konzept, das bereits in Kroatien ein Standbein hat, weiterentwickeln.

Urlaub in der Natur, Anreise mit dem eigenen Auto, Unterkunft im eigenen Wohnmobil oder im Bungalow in angesichts pandemischer Ungewissheiten als sicherer empfundener Nähe - damit lässt es sich auch in Zeiten wie diesen punkten, glauben die Falkensteiner.