Deutschland hat seit Beginn der Corona-Pandemie 42 Milliarden Euro für Kurzarbeit ausgegeben. In Österreich waren es 13,2 Milliarden Euro, das ist im Verhältnis zur Einwohnerzahl fast drei Mal so viel. Trotz der hohen Kosten wurde die Corona-Kurzarbeit in Deutschland kürzlich um drei Monate bis Ende Juni 2022 verlängert, in Österreich würde die Kurzarbeit ohne weitere Verlängerung am 31. März auslaufen.

"Kurzarbeit war verdammt teuer. Aber die Alternative, nämlich die Rückkehr von Massenarbeitslosigkeit zuzulassen, wäre für Deutschland sozial und ökonomisch viel, viel teurer gewesen", sagte der deutsche Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) dem Berliner "Tagesspiegel" vom Sonntag. Das aufgewandte Geld sei nicht verschwunden, sondern habe im Wirtschaftskreislauf mitgeholfen, die Volkswirtschaft zu stabilisieren, so der deutsche Arbeitsminister

"Nach unseren Erkenntnissen hat Kurzarbeit bis zu drei Millionen Arbeitsplätze in Deutschland gesichert", sagte Heil. Zu Beginn der Pandemie seien etwa sechs Millionen Menschen in Kurzarbeit gewesen, jetzt noch ungefähr eine Million. Ein weiterer positiver Effekt sei, dass Unternehmen jetzt, wo Öffnungen möglich sind, ihre Fachkräfte an Bord hätten, um durchzustarten.

"The Kurzarbeit"

"Andere Länder haben sich an unserem Modell orientiert", betonte Heil. "Der amerikanische Arbeitsminister sagte mir, dass 'The Kurzarbeit' da ein eigener Begriff wie "Kindergarten" geworden ist. Das ist doch eine schöne Chiffre für gutes Krisenmanagement." Der Deutsche Bundestag hatte am Freitag die coronabedingten Regelungen für Kurzarbeit verlängert. Kurzarbeitergeld kann vorerst weiter bis zum 30. Juni gezahlt werden. Zugleich wurde die maximale Bezugsdauer von 24 auf 28 Monate verlängert. (apa, afp)