Die Versicherungen in Österreich haben ihre Einnahmen im zweiten Coronajahr 2021 etwas kräftiger gesteigert als im ersten - und diesmal ist, anders als davor, auch die Sparte Lebensversicherung leicht gewachsen. Insgesamt legten die Prämeineinnahmen nach vorläufigen Daten um 3,4 Prozent auf 18,7 Mrd. Euro zu. In Schaden-Unfall betrug das Plus 4,7 Prozent auf 10,7 Mrd. Euro, in Leben 0,6 Prozent auf 5,4 Mrd. Euro, in der Privatkrankenversicherung 3,7 Prozent auf 2,5 Mrd. Euro.

In der Lebensversicherung sanken zwar die Einnahmen gegen laufende Prämie um 0,9 Prozent auf 4,6 Mrd. Euro, aber es stiegen die Einmalerläge um 10,8 Prozent auf 0,8 Mrd. Euro. Bei der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge wurden 0,7 Mrd. Euro eingenommen, die Vertragszahl lag knapp unter einer Million, teilte der Versicherungsverband (VVO) am Montag mit.

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Die Leistungen der Versicherungsunternehmen an die Kundinnen und Kunden wuchsen um 2,9 Prozent auf 16,0 Mrd. Euro und damit etwas moderater als 2020 - damals legten die Leistungen stärker zu als die Einnahmen. Anteilsmäßig am höchsten waren die Leistungen voriges Jahr in der Sparte Leben, gingen aber kräftig um 9,3 Prozent auf 7,1 Mrd. Euro zurück. In der etwas größeren Sparte Schaden-Unfall (inklusive Kfz-Haftpflicht) waren es 7,5 Mrd. Euro, um 18,5 Prozent mehr als 2020. In der privaten Krankenversicherungen wurden 1,4 Mrd. Euro an Leistungen ausbezahlt, um ein Prozent mehr.

Mit den unverändert rund 110 Mrd. Euro an Kapitalanlagen verfüge Österreichs Versicherungswirtschaft "über einen großen Hebel, um die heimische Wirtschaft bei der Umsetzung der Klimaziele zu unterstützen", erklärte VVO-Präsident Robert Lasshofer. So könnte im Bereich Energieversorgung etwa durch verstärkte Investitionen in Wind- oder Solarparks die Transformation vorangetrieben werden, zusätzlich könnten mehr Mittel für nachhaltige Infrastrukturprojekte zur Verfügung gestellt werden, meinte Lasshofer in der Aussendung. Und es seien auch Finanzierungen bei Sanierungen und Dämmung im Wohnungsbereich denkbar.

Lasshofer erinnerte an den 4-Punkte-Plan des Versicherungsverbands zur Stärkung der privaten Vorsorge. Es sollte vor allem steuerliche Vorteile für jene geben, die mit einer Lebensversicherung vorsorgen wollen. In dem Forderungspapier ist eine Senkung der Versicherungssteuer (derzeit 4 Prozent) und eine steuerliche Entlastung nachhaltiger Fondspolizzen enthalten.(apa)