Das stürmische Wetter hat im Jänner in Österreich für ein Ökostrom-Hoch gesorgt. Neben einer guten Erzeugung aus Wasserkraft gab es auch bei der Windkraft eine gute Bilanz, wie der Übertragungsnetzbetreiber APG am Dienstag mitteilte. Der Stromverbrauch lag zu Jahresbeginn annähernd auf dem Niveau des Durchschnittsverbrauchs aus 2017 bis 2021. Durch die gute Erneuerbaren-Erzeugung wurden rund 60 Prozent des Strombedarfs nachhaltig gedeckt.

Der erste Monat des Jahres war recht mild, aber umso windiger. Die Stromproduktion aus Windkraft lag mit 932 Gigawattstunden (GWh) um rund 70 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats. Aus Wasserkraft wurden knapp 2.200 GWh erzeugt. Der heimische Strombedarf lag bei rund 5.453 GWh. Im Vergleich zum österreichischen Durchschnittsverbrauch aus 2017-2021 war der wöchentliche Schwankungsbereich minus 2 bis plus 2 Prozent, also annähernd auf demselben Niveau. Die 60-prozentige Deckung des Strombedarfs durch Erneuerbare war laut APG ein für Jänner überdurchschnittlicher Anteil.

Die Stromimporte fielen zu Jahresbeginn geringer aus als im Jahr davor. Am 6. Jänner wurde mit 12 GWh an einem Tag erstmals seit dem 1. September 2021 wieder mehr Strom exportiert. "Bilanziell gesehen haben wir im Jänner 890 GWh Strom importiert. Gegenüber dem Vergleichsmonat aus dem Vorjahr (1.508 GWh) bedeutet das aber rund 40 Prozent weniger Stromeinkauf aus dem Ausland", erklärte Thomas Karall, kaufmännischer Vorstand der APG.

Kosten für den Kunden

Innerhalb Österreichs hat das windkraftstarke Burgenland rund 233 GWh in das APG-Netz zurückgespeist. "Das ist rund das Sechseinhalbfache an Energie, die das Bundesland selbst aus dem Netz der APG entnehmen musste", sagte der technische APG-Vorstand Gerhard Christiner. Niederösterreich habe rund 240 GWh über das APG-Netz landesweit zur Verfügung gestellt und damit gut die doppelte Menge dessen, was aus dem APG-Netz bezogen wurde. Größter innerösterreichischer Importeur war Kärnten mit rund 319 GWh.

Zur Netzstabilisierung hat die APG im Jänner an 20 Tagen mittels Redispatching eingegriffen. Dadurch seien rund drei Millionen Euro an Kosten verursacht worden. Das sei zwar der geringste Jänner-Wert seit 2019, "trotzdem sind es Kosten, die am Ende der Stromkunde bezahlt", so Karall. Bedingung für eine Senkung von Kosten und Eingriffen sei ein leistungsstarkes Stromnetz. (apa)