Ende März sollen die meisten Corona-Hilfen für Österreichs Unternehmen ein Ende finden. Ausgenommen sind Branchen wie die Stadthotellerie, Nachtgastronomie und Luftfahrt, die nach wie vor von der Pandemie stark betroffen sind, kündigte Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) Anfang dieser Woche an.

"Koste es, was es wolle" hatte es zu Beginn der Pandemie vom damaligen Finanzminister Gernot Blümel geheißen. Rund zehn Milliarden Euro hat mittlerweile allein die extra dafür gegründete Corona-Hilfsagentur des Bundes Cofag mit Stichtag 21.12.2021 für Wirtschaftshilfen wie Umsatzersatz, Ausfallsbonus 1, 2 und 3, Verlustersatz, Fixkostenzuschuss und Fixkostenzuschuss ausbezahlt.

Der Gesamtrahmen aller Maßnahmen des Corona-Hilfsfonds beträgt laut Finanzministerium 15 Milliarden Euro. Ein erheblicher Anteil davon floss jedenfalls in den Tourismus-Sektor, der besonders hart getroffen wurde. Die Wintersaison 2020/21 war praktisch ein Totalausfall. Auch die Luftfahrt musste herbe Einbußen hinnehmen. Die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines allein erhielt 600 Millionen Euro an staatlichen Krediten, die schrittweise zurückbezahlt werden sollen, sowie Eigenkapitalzuschüsse und staatliche Schadensabdeckung.

Die größten Einschnitte stellten die vier österreichweiten Lockdowns dar. Allerdings nahmen deren Auswirkungen sukzessive ab. So erreichten die Wertschöpfungsverluste im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 wöchentlich an die 1,8 Milliarden Euro. Beim vierten und vorerst letzten Stillstand senkte sich der Verlust laut Experten auf rund 800 Millionen Euro ab.

Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit

Auch die österreichischen Arbeitnehmer wurden von den Corona-Einschränkungen hart getroffen. Viele wurden arbeitslos, im Frühling 2020 erreichte man hierbei einen Höchststand von einer halben Million Menschen ohne Beschäftigung. Mittlerweile jedoch hat das Pendel in die andere Richtung ausgeschlagen: Das Arbeitsmarktservice AMS verzeichnet aktuell 380.639 arbeitslose Personen. In den letzten beiden Wochen sank ihre Anzahl um jeweils gut 6.000. Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) geht davon aus, dass dieser rückläufige Trend andauern wird, wobei der Konflikt in der Ukraine eine Unwägbarkeit darstelle.

Die Arbeitslosigkeit inklusive Schulungsteilnehmern liegt jedenfalls damit auf dem niedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre.

Zudem spitzt sich der Facharbeiter-Mangel derzeit weiter zu und auch die Überalterung der Bevölkerung sorgt teilweise für ein Überangebot an Jobs. Der Arbeitsminister warnte, dass künftig Arbeitskräfte "im niedrigen fünfstelligen Bereich" fehlen könnten. Dies schränke die Wachstumsaussichten der österreichischen Volkswirtschaft stark ein.

Auch Kurzarbeit wirkte sich auf die heimischen Arbeitnehmer massiv aus, nutzten doch viele Unternehmen diese, um Mitarbeiter trotz wirtschaftlich prekärer Ertragslage halten zu können. Im April/Mai 2020 waren eine Million Menschen in Kurzarbeit, was der bisherige Höchststand ist. Zuletzt - mit Stand 22. 2. 2022 - waren zwar immer noch 185.150 Personen zur Kurzarbeit vorangemeldet.

Allerdings wird nur knapp mehr als die Hälfte der von den Unternehmen vorangemeldeten Kurzarbeit tatsächlich beansprucht, hat das Arbeitsministerium aus den Daten des vierten Quartals 2021 abgeleitet. "Das zeugt von einer hohen Dynamik am Arbeitsmarkt und zeigt, dass viele Unternehmen die Voranmeldungen zur Kurzarbeit nur als Vorsichtsmaßnahme tätigen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aber letztlich in regulärer Beschäftigung halten können", erklärt Arbeitsminister Kocher dazu.

Mitte 2021 wurde das Corona-Kurzarbeitsmodell zudem reformiert, seither sind zwei Modelle beantragbar: Die unveränderte Variante für besonders betroffene Unternehmen gibt es noch bis Ende März 2022. Seit Juli 2021 ist außerdem ein neues Kurzarbeitsmodell mit reduzierter Förderhöhe beantragbar, das noch bis Ende Juni 2022 läuft.(mojo)