Radovan Vitek hat sein Ziel erreicht: Der tschechische Investor konnte sich beim Wiener Immobilienkonzern Immofinanz im Zuge seines Übernahmeangebots eine Mehrheit sichern. Über seine in Luxemburg ansässige Firma CPI Property hält der Milliardär nun - nach Ablauf der Annahmefrist - 53,33 Prozent an dem börsennotierten ATX-Unternehmen, wie diese am Donnerstagabend in einer Aussendung mitteilte.

Der Erfolg des Offerts hatte sich abgezeichnet. Denn von den größeren Aktionären der Immofinanz hatten die Wiener Immobiliengesellschaft S-Immo und Petrus Advisers, ein Londoner Hedgefonds rund um den Österreicher Klaus Umek, vorab bekanntgegeben, dass sie der CPI ihre Anteile von 12,7 respektive 6,8 Prozent zum gebotenen Preis verkaufen wollen.

Damit hatte Viteks Unternehmen zusammen mit seinen eigenen Anteilen bereits gut 48 Prozent in der Tasche. Am Ende kamen dann noch 5,15 Prozent der ausstehenden Immofinanz-Aktien dazu, womit nun eine mehrheitliche Beteiligung der CPI in Stein gemeißelt ist.

Dreimonatige Nachfrist

Die Immofinanz - sie ist in den Bereichen Büro und Einzelhandel in Österreich, Deutschland und Osteuropa tätig - habe "ein starkes Portfolio und ein erfahrenes Team", betonte CPI-Chef Martin Nemecek in einem Statement. Man sei "in der Lage, die Immofinanz in eine noch erfolgreichere Zukunft zu führen". Was vor diesem Hintergrund konkret geplant ist, ließ Nemecek aber offen.

Immofinanz-Aktionäre, die das zweimal moderat nachgebesserte Übernahmeoffert von 23,00 Euro pro Anteilsschein nicht angenommen haben, bekommen nun eine weitere Gelegenheit. Sie können ihre Papiere in einer dreimonatigen Nachfrist noch andienen.

Besonders viele Aktien wird die an der Frankfurter Börse notierende CPI, die Gewerbeimmobilien in Tschechien, Polen und anderen Regionen Osteuropas vermietet, allerdings wohl nicht mehr einsammeln können, wie bei Analysten zu hören ist. Das Angebot, das der Immofinanz einen Gesamtwert von 3,2 Milliarden Euro bescheinigt, gilt als nicht gerade ambitioniert.

Das Management der Immofinanz hatte den Aktionären jedenfalls davon abgeraten, es anzunehmen, da es nicht nur deutlich unter dem derzeitigen Wert des Unternehmens liege, sondern auch nicht dessen Wachstumspotenzial abbilde. Eine "angemessene Kontrollprämie" fehle ebenfalls.