Der von der Coronakrise besonders schwer betroffene Flughafen Wien ist im vergangenen Jahr wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Unter dem Strich erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 6,1 Millionen Euro, nach einem Verlust von 75,7 Millionen Euro im Jahr 2020. Auch der operative Gewinn (EBIT) war mit 19,2 Millionen Euro positiv. Im Jahr davor stand ein Minus von 86,5 Millionen Euro zu Buche. Der Krieg in der Ukraine erhöhe die Unsicherheit über die künftige Entwicklung.

Alle Flüge zwischen Russland, der Ukraine und Wien seien gestrichen worden, die direkten Folgen würden rund vier Prozent des Passagiervolumens betreffen, indirekte Auswirkungen seien noch nicht abschätzbar, schreibt der Flughafen Wien am Mittwoch in einer Aussendung. "Wir stehen jederzeit bereit, wie auch 2015, an der Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingen mitzuwirken", sagte Flughafen-Wien-Vorstand Günther Ofner laut Mitteilung.

Gute Aussichten für den Sommer

Aus derzeitiger Sicht geht der Flughafen für 2022 von einem Umsatz von 560 Millionen Euro, einem EBITDA von 172 Millionen Euro und einem positiven Jahresergebnis von zumindest 20 Millionen Euro aus. Die Investitionen sollen bei rund 84 Millionen Euro liegen. Am Standort Wien werden heuer aufgrund der insgesamt guten Verkehrsentwicklung und dem starken Sommerflugplan 17 Millionen Passagiere erwartet bzw. rund 21 Millionen Passagiere in der Gruppe.

2021 lag der Umsatz bei 407 Millionen Euro, ein kräftiges Plus von 22 Prozent gegenüber 2020. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) hat sich von 54,1 auf 153,7 Millionen Euro fast verdreifacht.

Passagierzahlen noch nicht wie vor Pandemie

Die Zahl der Passagiere derzeit ist noch weit vom Vorkrisenniveau 2019 entfernt. Am Flughafen Wien wurden im Vorjahr 10,4 Millionen Passagiere gezählt und damit um rund 67 Prozent weniger Reisende als im Jahr vor der Coronapandemie. Inklusive der Auslandsbeteiligungen Malta Airport und Flughafen Kosice verzeichnete der Flughafen Wien 13,1 Millionen Passagiere im Jahr 2021, das ist ein Passagierminus von fast 67 Prozent gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019.

Doch 2022 soll aus heutiger Sicht ein deutliches Passagierplus bringen. Am 29. März 2022 geht der neu gestaltete Terminal 2 wieder in Betrieb, auch die Züge des City Airport Train werden ab diesem Tag wieder regelmäßig fahren.

Der Personalstand schrumpfte während der Krise von 5.900 auf rund 5.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Kündigungen gab es aufgrund der Corona-Kurzarbeit bisher keine, hieß es im Jänner. (apa)