Unter dem Eindruck des Krieges in der Ukraine wird die OMV ihr Russland-Engagement neu bewerten, wie sie am Samstagabend in einer Pressemitteilung ankündigte. Bisher war Russland eine Kernregion im Portfolio von Exploration & Production. Nun hat der OMV-Vorstand entschieden, in Russland künftig keine Investitionen mehr zu verfolgen.

Zudem wird eine strategische Prüfung der bestehenden 24,99 Prozent Beteiligung am Gasfeld Juschno Russkoje eingeleitet, in der alle Optionen inklusive der Möglichkeiten einer Veräußerung und eines Ausstiegs untersucht werden. Infolgedessen geht die OMV von einer Wertanpassung in Höhe von 0,5 bis 0,8 Milliarden Euro (Stand 31. Dezember 2021) aus.

Abschreibungen belasten Ergebnis

Die nicht liquiditätswirksame Wertanpassung werde das berichtete Operative Ergebnis im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres belasten, hieß es weiter. Die OMV reduziert damit ihr Netto-Anlagevermögen in Russland (verbleibender Juschno-Russkoje-Wert) auf rund 2 Prozent ihres gesamten Sachanlagevermögens und ihrer at-equity bewerteten Beteiligungen.

Alle Verhandlungen mit Gazprom über den möglichen Erwerb einer 24,98 Prozent Beteiligung an den Blöcken 4A/5A der Achimov-Formation des Urengoi-Erdgas- und Kondensatfelds hat die OMV bereits beendet und das zugrundeliegende "Basic Sale Agreement" vom 3. Oktober 2018 gekündigt.

Forderungen bei Nord Stream 2 uneinbringlich

Zudem nimmt die OMV wegen der erwarteten Uneinbringlichkeit der Forderungen gegenüber der Nord Stream 2 AG eine Wertanpassung in Höhe von 987 Millionen Euro (Ausleihung plus Zinsabgrenzung, Stand 31. Dezember 2021) vor. Dabei handle es sich um eine nicht liquiditätswirksame Wertanpassung, die das Ergebnis vor Steuern im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres belasten werde.

"Der Krieg in der Ukraine ist eine tragische und bedrohliche Situation, die für viele Menschen großes Leid bedeutet und die uns sehr betroffen macht. Unser tiefes Mitgefühl gilt allen Menschen, die direkt und indirekt Opfer des russischen Militärschlages sind. Wir fordern ein sofortiges Ende aller Kampfhandlungen. Nur im Frieden kann es Freiheit und Wohlstand geben", wird OMV-Chef Alfred Stern in der Aussendung zitiert. (kle)