Nachdem in der Vorwoche Österreich jenes EU-Land war, wo seit Ende Februar der Benzinpreis am stärksten gestiegen ist, ist er nun in der vergangenen Woche am stärksten gesunken, teilte der VCÖ am Freitag mit. Die Interessensvertretung vergleicht die an die EU-Kommission gemeldeten Preise. Demnach ist Eurosuper innerhalb einer Woche um 25 Cent billiger geworden, Diesel um 20 Cent. In der Zwischenzeit wurde in Österreich die Pendlerpauschale erhöht.

Der VCÖ drängt nun darauf, die im Regierungsprogramm zwischen ÖVP und Grünen vereinbarte Reform der Pendlerpauschale anzugehen. Dort ist eine "Ökologisierung und Erhöhung der Treffsicherheit" vereinbart. An der Pendlerförderung wird schon lange von Experten kritisiert, dass sie nicht ökologisch und sozial ist, weil Besserverdiener stärker profitieren als Geringverdiener und die Pendlerpauschale eine Prämie für das Ansiedeln im Speckgürtel darstellt, die "Wiener Zeitung" berichtete.

Geld fürs Pendeln sollte sich laut Wifo an den Kosten des öffentlichen Verkehrs orientieren

Neben mehr sozialer und ökologischer Treffsicherheit schlägt Daniela Kletzan-Slamanig, Expertin für Umwelt- und Energiefragen beim Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo, vor, dass sich Arbeitswege-Förderungen generell an den Kosten des öffentlichen Verkehrs orientieren und auf tatsächlich zurückgelegten Distanzen beruhen sollten.

Zu berücksichtigen sei darüber hinaus, dass mehrere Bundesländer zusätzlich eigene Beihilfen für Pendlerinnen und Pendler gewähren. Für diese gibt es in der Regel an Einkommensobergrenzen. Genauso wie der Verkehrsabsetzbetrag mit Zuschlägen ein soziales Instrument enthält. Geht man eine Reform der verschiedenen Steuervergünstigungen und Förderbeträge an, "sollte man auch eine Straffung und  Zusammenführung der unterschiedlichen Instrumente anstreben", ist Kletzan-Slamanig überzeugt. (mad, apa)