Die Raiffeisen Bank International (RBI) sieht kein Ansteckungsrisiko für die Konzerngruppe durch die Russland-Tochter. "Der RBI-Konzern ist so aufgestellt, dass selbst in einem Extremszenario in einer Tochterbank kein Ansteckungsrisiko für die Gruppe besteht", heißt es in einer Präsentation der Bank für die heutige Hauptversammlung. Die Tochterbank in Russland sei vollständig eigenfinanziert, die übrigen Töchter in Ost- und Südosteuropa hätten ihr gegenüber kein Exposure.

Zudem hätten die übrigen Osteuropa-Töchter kein Exposure gegenüber sanktionierten Unternehmen. Die grenzüberschreitenden Risikopositionen gegenüber Russland seien "unbedeutend". "Das Russland-Exposure liegt deutlich innerhalb der Grenzen, welche die Resilienz der Gruppe in allen möglichen Szenarien gewährleisten", heißt es weiter in der Präsentation.

Für die Konzernzentrale in Wien sieht die RBI keine Verpflichtungen, die über das investierte Eigenkapital und die ausgewiesenen nachrangigen Verbindlichkeiten hinausgehen. Die Gruppe verfüge überdies über eine hohe Liquidität.

RBI prüft Optionen für Russland-Exit

Die RBI prüft derzeit alle Optionen für die russische Tochter und schließt auch einen Ausstieg aus dem Land nicht aus. Im Zuge des Ukraine-Kriegs wurde zudem vorerst die für 2021 geplante Dividende gestrichen. Ursprünglich war eine Ausschüttung von 1,15 Euro je Aktie geplant. Die Hauptversammlung, bei der unter anderem über die Dividende abgestimmt werden muss, findet heute seit 10 Uhr statt.

In der Ukraine-Tochter werde indessen der Betrieb, "wo möglich", aufrechterhalten. Die Bank laufe im Mindestbetrieb, der IT-Betrieb laufe und die Geldautomaten würden funktionieren. Für Menschen, die aus der Ukraine fliehen, gebe es in Österreich und der Slowakei zudem die Möglichkeit eines Umtauschs von ukrainischen Hrywnja in Euro. Auch für weitere CEE-Länder solle die Umtauschmöglichkeit folgen. (apa/Reuters)