Guido Gualdoni ist Mitbegründer des Wiener Start-ups G.ST Antivirals, ein Spin-off der MedUni Wien. Er forschte lange zum Thema Viren, und wie man sie aushungern kann. Darauf basierend entwickelt G.ST Antivirals Medikamente zur Therapie von Erkältungen, wie etwa ein Nasenspray.

Die Prozesse in der Medikamentenentwicklung seien sehr kostenintensiv und dauern viele Jahre, betonte Gualdoni in einem Pressegespräch mit Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, die am Donnerstag eine neue Förderinitiative vorstellte. "Wir haben mit den Projekten, die zu G.ST Antiverals geführt haben, im Jahr 2010 begonnen", erzählt Gualdoni. Nach all den Jahren Forschung habe man nun tatsächlich den ersten Probanden in eine erste klinische Studie der Phase 1 einschließen können, mit der nun die Sicherheit und Unbedenklichkeit des Präparats bewiesen werden soll. Es sei schwierig, über so lange Zeiträume Finanzierungen aufzustellen, daher freue man sich über jede Unterstützung, so der Mediziner und Unternehmer.

Das Wirtschaftsministerium stellt der heimischen Pharmabranche in den kommenden zwei Jahren 50 Millionen Euro an Fördergeldern zur Verfügung, wie Ministerin Schramböck bekanntgab. Es handle sich dabei um das größte Investitionspaket, das es in Österreich je für Forschung zur Entwicklung von Medikamenten und Medizinprodukten, für die Digitalisierung im Gesundheitswesen und klinische Studien gegeben habe. Die Förderobergrenze liegt bei 500.000 Euro für F&E-Projekte innerhalb von Unternehmen. Für klinische Studien im Bereich Infektiologie gibt es bis zu einer Million Euro. Zusätzlich sollen ein bis zwei Leitprojekte zum Thema innovative Produktionstechnologien ausgewählt werden, die mit 4 Millionen Euro unterstützt werden. Die Abwicklung läuft über die Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

Der heimische Life-Science-Sektor, zu dem Unternehmen wie G.ST Antivirals zählen, trägt sieben Prozent zur nationalen Bruttowertschöpfung bei. In der Branche arbeiten über 60.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. "Was die Lebenswissenschaften können und wie wir alle davon profitieren, haben uns die vergangenen beiden Jahre eindrucksvoll vor Augen geführt", so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Christoph Neumayer in einer Aussendung. In einem ungeheuren Kraftakt von Wissenschaft und Wirtschaft und einem Zusammenwirken quer über die Kontinente seien in Rekordzeit Impfstoffe und Medikamente entstanden - auch mit Know-how aus Österreich.(ede)