Stabil geblieben ist im Jahr 2021 die Zahl der Patentanmeldungen österreichischer Unternehmen beim Europäischen Patentamt (EPA). Im Vorjahr gingen 2.317 Anmeldungen aus Österreich beim EPA ein (plus 0,5 Prozent gegenüber 2020), gab das Patentamt am Dienstag bekannt. Gemessen an der Bevölkerungszahl bleibt Österreich mit 256 Patenten pro Million Einwohner global auf Rang sieben. Das EPA verzeichnete mit insgesamt 188.600 Patentanmeldungen trotz Pandemie einen Rekordwert.

Die Patentanmeldungen beim EPA in München lagen um 4,5 Prozent über dem Wert von 2020. "Die starke Nachfrage nach Patenten im vergangenen Jahr zeugt weiter von robuster Innovationsfähigkeit und unterstreicht die Kreativität und Widerstandsfähigkeit von Erfindern in Europa und weltweit", erklärte EPA-Präsident António Campinos in einer Aussendung.

14. Platz für Österreich

Vor allem die Anmeldungen aus China (plus 24 Prozent im Vergleich zu 2020) und den USA (plus 5,2 Prozent) waren die Wachstumstreiber beim EPA. International an der Spitze liegen weiterhin klar die USA, wo rund ein Viertel aller Anmeldungen herkam, gefolgt von Deutschland (14 Prozent), Japan (11), China (9) und Frankreich (6). Österreich liegt in diesem Ranking auf Platz 14.

Gewichtet man nach Bevölkerung führt die Liste mit großem Abstand die Schweiz mit 969 Patentanmeldungen pro Million Einwohner an. Auf den Plätzen folgen Schweden (488 Anmeldungen pro Mio. Einwohner), Dänemark (454), Niederlande (383), Finnland (380), Deutschland (310) und Österreich (256).

"Digitale Kommunikation" führt

Nach Technologiefeldern hat die "Digitale Kommunikation" (plus 9,4 Prozent gegenüber 2020) die "Medizintechnik" (plus 0,8 Prozent) an der Spitze der europäischen Patentanmeldungen 2021 abgelöst. "Computertechnik" rangiert auf Rang drei und verzeichnete mit einem Plus von 9,7 Prozent das größte Wachstum unter den Top-Ten. In Österreich erfolgten die meisten Patentanmeldungen in den Bereichen "Elektrische Maschinen, Geräte und Energie" (plus 30,5 Prozent), "Hoch- und Tiefbau" (plus 8,6 Prozent) und "Makromolekulare Chemie & Polymere" (plus 11,7 Prozent).

Vorarlberg verbuchte mit 257 Anmeldungen ein Plus von 20,1 Prozent und damit den größten Zuwachs aller Bundesländer im Vorjahr. Es liegt im Länder-Ranking auf Rang vier. Wien (624 Anmeldungen; plus 2,3 Prozent) führt diese Rangliste erneut an, gefolgt von Oberösterreich (508; minus 2,1 Prozent), der Steiermark (276; minus 7,1 Prozent), Niederösterreich (249; plus 5,1 Prozent), Kärnten (146; plus 9 Prozent), Tirol (131; minus 10,9 Prozent), Salzburg (115; minus 12,2 Prozent) und Burgenland (9; minus 25 Prozent).

Die Bestenliste österreichischer Unternehmen bei den Patentanmeldungen führt erneut der Kunststoffhersteller Borealis mit 201 Anmeldungen unangefochten an. Auf den Plätzen folgen die ZKW Group (74), Tridonik (67), Julius Blum (59) und Fronius (49).

Beim globalen Unternehmensranking liegt Huawei mit 3.544 Anmeldungen an der Spitze. Es folgen Samsung (3.439), LG (2.422), Ericsson (1.884) und Siemens (1.720). (apa)