Der Stahltechnologiekonzern Voestalpine ist ein großer Kohleimporteur in Österreich, kann aber russische Kohle ganz ersetzen. Die für die Hochöfen nötige metallurgische Kohle komme bisher zu einem Teil aus Russland. Aber in den vergangenen Wochen seien bereits "Maßnahmen getroffen worden, um zusätzliche Kohlemengen zu beschaffen", teilte das Unternehmen mit. Die Versorgung werde auf bestehende und neue Lieferanten umgeleitet, außerdem reichten vorhandene Lagerstände für mehrere Monate.

In der Branche geht die Sorge um, dass nun alle Importeure ihren Bezug von Russland weg zu anderen Förderländern umleiten. Das werde nicht nur den Einkauf erschweren, sondern auch zu womöglich stark steigenden Preisen führen und damit die Stahlindustrie zusätzlich belasten. Russland hat nach Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) 2020 etwa 57 Millionen Tonnen "thermische Kohle", also Kohle für Kraftwerke, sowie 6 Millionen Tonnen metallurgische Kohle, die etwa für Hochöfen verwendet wird, nach Europa exportiert.

Während russische Kohle in der Stahlindustrie als ersetzbar gilt, dürfte ein Gaslieferstopp aus Russland auch zu Produktionsstopps führen. (apa)