Österreichs Haushalte mussten im Februar deutlich mehr für Energie ausgeben. Die Preise für Haushaltsenergie waren um 27,4 Prozent höher als im Jahr davor, geht aus dem Energiepreisindex der Österreichischen Energieagentur hervor. Preistreiber waren vor allem Gas, Sprit und Heizöl. Teurer waren auch alle anderen Energieträger. Bei Strom seien die Haushalte unterschiedlich von den Preiserhöhungen betroffen, die Entlastungsmaßnahmen federten stark ab, so die Energieagentur.

Im Vergleich zum Vormonat Jänner stiegen die Haushaltsenergiepreise um 6,6 Prozent, geht aus dem von der Energieagentur berechneten Energiepreisindex (EPI) hervor. Die Inflationsrate lag im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 5,9 Prozent, im Monatsabstand bei 1,3 Prozent. "Die Energiepreise blieben damit weiterhin der zentrale Preistreiber", so Energieagentur-Geschäftsführer Franz Angerer laut Pressemitteilung.

Energie sei ein wesentlicher Inputfaktor bei Produktion und Dienstleistungen. "Wird Energie teurer, steigen in Folge auch die Preise für wichtige Güter - dieser Effekt kommt nun nach und nach in den österreichischen Haushalten an. Personen, die auf ein Auto mit Verbrennungsmotor angewiesen sind oder in schlecht isolierten Häusern und Wohnungen mit ineffizienten Heizungen lebten, seien von den hohen Preisen besonders betroffen, so die Energieagentur.

Stromteuerung trifft Haushalte unterschiedlich

Den stärksten Preisanstieg gab es im Februar bei Gas mit einer Verteuerung von 65,3 Prozent gegenüber Februar vergangenen Jahres. Im Vergleich zum Vormonat Jänner 2022 kostete Erdgas um 20,9 Prozent mehr.

Diesel war im Februar um 30,7 Prozent teurer als ein Jahr davor und kostete um 3,7 Prozent mehr als im Jänner. Der Preis von Superbenzin war im Jahresvergleich um 27,7 Prozent höher, im Monatsvergleich um 3,6 Prozent. Eine 50-Liter-Tankfüllung Diesel kostete um rund 17 Euro mehr als im Februar 2021, bei Superbenzin lagen die Mehrkosten bei rund 16 Euro.

Die Preise für Heizöl stiegen im Jahresabstand um 48,9 Prozent. Eine typische Tankfüllung von 3.000 Litern kostete damit um fast 1.000 Euro mehr als im Februar des Vorjahres. Im Vergleich zu Jänner 2022 zogen die Heizölpreise um 9,7 Prozent an.

Strom war um 14,9 Prozent teurer als im Februar 2021 und kostete um 8,6 Prozent mehr als im Jänner 2022. Bei Strom gibt es Entlastungsmaßnahmen durch den Wegfall der Ökostrom-Förderung und die Senkung der Energieabgabe. Das Bild sei differenziert: "Noch nie waren bei Strom die verschiedenen Kundengruppen von Preissteigerungen so unterschiedlich betroffen", betont Karina Knaus, Leiterin des Centers Volkswirtschaft, Konsument:innen und Preise in der Energieagentur. Kundinnen und Kunden, die einen neuen Vertrag abschließen müssen oder deren Preisgarantie abgelaufen ist, seien teilweise von massiven Mehrkosten betroffen, und auch bei an die Großhandelspreise gekoppelten Floater-Verträgen seien die Preissteigerungen sehr stark spürbar. Bei Kundinnen und Kunden mit bestehenden Verträgen würden die bisherigen Maßnahmen "heuer einem durchschnittlichen Haushalt eine Ersparnis von 150 Euro im Vergleich zum Vorjahr bringen. Unsere Analyse der Stromkosten bei lokalen Anbietern zeigt, dass damit die Preissteigerungen bei Kundinnen und Kunden mit Bestandsverträgen signifikant abgefedert werden."

Fernwärme war um 12,2 Prozent teurer als im Jahr davor. Die Preise für Holzpellets stiegen um 15,5 Prozent, Brennholz um 10,6 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat Jänner war der Preis für Fernwärme unverändert, bei Pellets und Brennholz gab es einen Anstieg um je 0,9 Prozent. (apa)