Über 50.000 Flüchtlinge aus der Ukraine sind bisher in Österreich registriert. Sie erhalten temporär vollen Zugang zum Arbeitsmarkt. Bisher gingen rund 340 Anträge für Beschäftigungsbewilligungen beim Arbeitsmarktservice (AMS) ein, 279 davon stammten von Frauen.

155 Beschäftigungsbewilligungen hat das AMS bis dato ausgestellt. 41 beantragte Bewilligungen werden derzeit bearbeitet, hieß es am Donnerstag nach einem Jobgipfel zur Beschäftigung für Ukraine-Vertriebene im Arbeitsministerium . In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle würden die Beschäftigungsbewilligungen noch am Tag der Einbringung des Antrags oder am Tag darauf ausgestellt. Für Aussagen zur Qualifikationsstruktur sei es aber noch zu früh.


Länger dauere es bei Personen, die noch nicht über die blaue Aufenthaltskarte für Vertriebene verfügen, die es neben der Beschäftigungsbewilligung zum vollen Arbeitsmarktzugang in Österreich braucht. Zuständig für die Aufenthaltskarte ist das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl, das bisher etwa 21.000 Karten ausgestellt hat.

AMS erwartet starken Anstieg bei Anträgen

Die hohe Diskrepanz zwischen Aufenthaltskarten und Beschäftigungsbewilligungen lasse sich mit dem derzeitigen Fokus auf die Deckung der Grundbedürfnisse erklären. Die Anträge für Beschäftigungsbewilligungen werden in den nächsten Wochen stark steigen, ist sich AMS-Chef Johannes Kopf sicher. Er rechnet aber damit, dass nur merklich weniger als die Hälfte der bisher registrierten Vertriebenen in den österreichischen Arbeitsmarkt strömen werden. Bei rund 20.000 der Geflüchteten handle es sich nämlich um Minderjährige, bei 4.000 um über 65-Jährige.

Seitens der Unternehmen gebe es ganz große Bereitschaft, Arbeitskräfte aus der Ukraine aufzunehmen, sagte Arbeitsminister Martin Kocher. Zentrale Anlaufstelle sei dabei die AMS-Plattform "allejobs.at", bei der Unternehmen vermerken können, dass sie Geflüchtete aufnehmen. Das hätten bereits mehr als 1.750 Unternehmen aus allen Branchen getan. Damit Frauen mit Kindern arbeiten können, werde es auch "Pakete" für die Kinderbetreuung geben. "Wir wollen auf jeden Fall sicherstellen, dass die Vertriebenen den gleichen Status am Arbeitsmarkt haben wie Österreicherinnen und Österreicher", betonte Kocher. Man werde genau kontrollieren, ob es zu Lohn- oder Sozialdumping komme. (apa)