Die Konjunkturabschwächung aufgrund des Ukraine-Kriegs dämpft den Arbeitslosenrückgang. Im Vergleich zur Vorwoche sei die Anzahl der Arbeitslosen inklusive Schulungsteilnehmerinnen und Schulungsteilnehmern nur mehr um 757 auf 323.702 Personen gesunken, teilte das Arbeitsministerium am Dienstag mit. Die Voranmeldungen zur Kurzarbeit beliefen sich auf 42.677 Personen.

"Der Rückgang der Arbeitslosigkeit bremst sich aufgrund des Krieges in der Ukraine ein. Außerdem spielen saisonale Effekte rund um die Osterferien, die im Vergleichsjahr zu einem anderen Zeitpunkt lagen, eine gewisse Rolle", kommentierte Arbeitsminister Martin Kocher die aktuellen Arbeitsmarktdaten in einer Aussendung. Gegenwärtig befinden sich 251.396 Personen auf Jobsuche und 72.306 Menschen nehmen an Schulungsmaßnahmen des Arbeitsmarktservices (AMS) teil.

Die Dynamik am Arbeitsmarkt ist laut Arbeitsministerium aber "weiterhin außerordentlich hoch". Das AMS hat kürzlich einen neuen Rekord bei den offenen Stellen vermeldet. Ende März lag die Zahl der offenen Stellen in Österreich mit 123.897 auf dem höchsten, bisher aufgezeichneten Wert.
"Sehr viele offene Stellen gibt es aktuell in den Bereichen Handel, Warenherstellung und Tourismus. Aber auch in der Baubranche, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in anderen zukunftsweisenden Berufsfeldern wird der vorherrschende Fachkräftebedarf deutlich", sagte Kocher.

Weniger Kurzarbeitsanträge als im Vormonat

Der Arbeitsmarkt ist derzeit in deutlich besserer Verfassung als in den vergangenen Jahren. Anfang April 2021 gab es laut Arbeitsministerium um 119.198 mehr arbeitslose Personen als heute. Damals gab es einen harten Lockdown in Ostösterreich. Anfang April 2019 waren die Arbeitslosenzahlen auch um 34.351 höher als heute.

Bei den Kurzarbeit-Voranmeldungen gibt es im Vergleich zu März einen sehr starken Rückgang. Ende März gab es noch 163.809 Voranmeldungen, nun sind es nur mehr 42.677.
"Dass diese Zahl nun signifikant niedriger ist, als noch vor einigen Wochen, ist vor allem darauf zurückzuführen, dass viele Kurzarbeitsanträge, die nur bis Ende März gelaufen sind, nicht mehr verlängert wurden", sagte der Arbeitsminister. Die Zahl könne "jedoch in den nächsten Wochen aufgrund von weiteren Kurzarbeitsprojekten im Produktionssektor etwas steigen". (apa)