Die Inflation steigt sprunghaft an. Unterbrochene Lieferketten und die Wirtschaftssanktionen gegen Russland treiben die Teuerung an. Seitens der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) rechnet man mit einer Inflationsrate von bis zu 7,2 Prozent im April — ein noch nie da gewesener Höchststand seit dem Bestehen der Währungsunion. 

Spürbar ist die hohe Inflation vor allem bei den Energie- und Treibstoffpreisen, am Gebrauchtwagenmarkt sowie in der Gastronomie und Hotellerie.

Besonders betroffen sind laut OeNB einkommensschwächere Haushalte, Arbeitslose, Pensionistinnen und Pensionisten, Alleinerziehende und Single-Haushalte. Auch aufgrund des vermehrten Individualverkehrs sei die Teuerung in ländlichen Regionen stärker zu spüren als in der Stadt.

In Zeiten wie diesen kann es sich somit lohnen, den eigenen Verbrauch zu hinterfragen, Verträge zu überprüfen und gegebenenfalls nach günstigeren Alternativen suchen.

Ein Überblick, wo sich Sparen lohnt:





Seit dem Vorjahr sind die Energiepreise bereits um ein Drittel angestiegen. Die mit dem Ukraine-Krieg verbundene Neuorientierung auf den Weltmärkten verstärkt dies zusätzlich. Ob sich ein Wechsel zu einem anderen Energielieferanten lohnt, hängt laut Bernd Lausecker vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) von den Vertragsinhalten ab: "Wenn eine Preisbindung besteht, dann hat man die erst einmal bis auf Weiteres." Sei dies nicht der Fall, kann mit dem Umstieg zu einem anderen Anbieter Geld gespart werden. Dabei seien der Preisanpassungsmechanismus und die Laufzeit eines neuen Vertrages zu beachten: "Sich bei so hohen Preisen langfristig zu binden, birgt die Gefahr, dass ich dann in einem teuren festhänge." Die Kosten mithilfe von Neukundenboni zu drücken, sei ebenfalls eine Möglichkeit, jedoch "muss ich mich dann jährlich darum kümmern, weil der Vertrag nach Auslaufen der Boni, schnell nicht mehr der günstigste ist".




Verglichen mit dem April des Vorjahres sind die Spritpreise enorm angestiegen: Diesel wurde um mehr als 60 Prozent teurer, während Benzin heute rund 45 Prozent mehr kostet. Angesichts der hohen Kosten stellt sich die Frage, ob das Auto benötigt wird oder ob öffentliche Verkehrsmittel eine Option darstellen könnten. Für einzelne, kurze Fahrten stellen das Fahrrad oder Carsharing-Angebote Alternativen dar: Abgerechnet wird im Minutentarif, Versicherungs- und Reparaturkosten fallen nicht an. In ländlichen Gebieten kann die gemeinsame Nutzung eines Autos samt deren Kosten, vor allem innerhalb von Familien, ebenfalls die Geldbörse entlasten. Sparen könne man laut Martin Korntheuer von der Arbeiterkammer (AK) auch bei Mehrfachversicherungen: "Kreditkarte, ÖAMTC-Mitgliedschaft, Schutzbrief und eine Reiseversicherung. Da kann es zu Überschneidungen kommen, obwohl ich den Versicherungsschutz trotzdem nur einmal bekomme", gibt er zu Bedenken.




Neben der Optimierung der Energie- und Treibstoffkosten empfiehlt Lausecker die jährliche Dursicht aller Verträge und Versicherungspolizzen: "Im Laufe der Zeit sammelt man Verträge, ohne zu wissen, ob diese noch aktuell sind, oder noch meinen Bedürfnissen entsprechen." Sparen könne man demnach zum Beispiel bei Smartphone-Tarifen oder bei der (Voll-)Kaskoversicherung des eigenen Autos. Im Haushalt selbst lassen sich durch volle Geschirrspüler und dem Kochen mit Deckel Kosten sparen. Ebenso möglich ist dies beim Backrohr: Umluft statt Ober- und Unterhitze reduziert die Energie um rund ein Drittel. Bei der Waschmaschine, die für rund fünf Prozent der Energiekosten im Haushalt verantwortlich ist, kann mit einer niedrigeren Temperatur ebenfalls gespart werden.