Die Hoteliers seien voller Optimismus und investitionsfreudig, von den Corona-Unterstützungen der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank sei nur ein Teil genutzt worden, sagte ÖHT-Chef Matthias Matzer im Ö1-"Mittagsjournal". "Wir sehen eine fast ungebrochene Nachfrage nach langfristigen Finanzierungen (...) Da ist ein sehr starker Grundoptimismus". Aktuell liege der Schwerpunkt der ÖHT bei Land- und Ferienhotels in Tirol, Salzburg und Vorarlberg.

Nach den Corona-Sonderförderungen gebe es jedenfalls kaum noch Nachfrage. Von den Coronahilfen der ÖHT sei die Überbrückungsfinanzierung die wichtigste gewesen, so Matzer. Von dem dafür vorgesehenen Budget von 1,6 Mrd. Euro wurde eine Milliarde genutzt. 300 Mio. Euro standen zur Insolvenzabsicherung bei Pauschalreisen zur Verfügung, 35 Mio. davon wurden abgerufen. Vom Veranstaltungsschutzschirm über 300 Mio. Euro wurden 220 Mio. angefordert.

Die ÖHT wickelt im Auftrag des Tourismusministeriums Förderungen und Finanzierungen für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft ab. Die ÖHT steht zu gut zwei Dritteln im Eigentum der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB) und gehört über die Raiffeisen ÖHT Beteiligungs GmbH zu 31,25 Prozent der RBI und einigen Raiffeisen-Landesbanken.

Rechnungshof kritisierte Tourismusförderung

Mitte März des heurigen Jahres hatte der Rechnungshof deutliche Kritik an den Tourismusförderungen geübt. Willkür und "Mitnahmeeffekte" hätten zu viel Raum und beim Vier-Augen-Prinzip bei Förderentscheidungen über Zinszuschüsse zu Krediten und Vor-Ort-Prüfungen von größeren Projekten gebe es eindeutig Nachholbedarf.

"Die inhaltliche Gestaltung der TOP-Tourismusförderung sowie die Art der Abwicklung schlossen erhebliche Mitnahmeeffekte nicht aus", betonten die Prüfer. Eine Analyse der Förderfälle habe deutlich gemacht, dass die überprüften Förderinstrumente "vielfach nicht investitionsentscheidend waren und teils nur geringe kostensenkende Effekte bei der Finanzierung der Investitionsvorhaben aufwiesen", so der Rechnungshof. Das für die Förderungen zuständige Tourismusministerium entwickelte demnach "kein auf Qualitätskriterien gestütztes Punkteschema für die Bewertung der Förderwürdigkeit der eingereichten Projekte". (apa)