Pflanzliches Eiweiß wird nicht nur für die Ernährung der Menschen benötigt, denn es ist in vielen Nahrungsmitteln enthalten. Auch im Tierfutter ist es ein wichtiger Bestandteil.

Etwa 22 Prozent der europäischen Soja-, Raps- und Sonnenblumenimporte, das sind die wichtigsten Eiweißpflanzen, kamen bislang aus der Ukraine. Das wird heuer aufgrund des Krieges erschwert. Zudem ist Europa hochgradig abhängig von Importen, etwa von Soja aus Südamerika. Da dort jedoch nach wie vor teils Regenwald für den Sojaanbau gerodet wird, ist dies alles andere als nachhaltig.

Eiweißstrategien

In Anbetracht dieser Problematik hat Österreich kürzlich einen Vorschlag für eine EU-Eiweißstrategie vorgelegt, der von 22 Staaten unterstützt wurde. Demnach soll mittel- bis langfristig die Selbstversorgung innerhalb der EU gesteigert werden.

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) hat bereits 2021 die österreichische Eiweißstrategie vorgestellt, mit der heimische Sojaimporte bis 2030 um 50 Prozent reduziert werden sollen. "Mehr Eiweißpflanzen in Europa bedeutet mehr Versorgungssicherheit und weniger Urwaldrodungen für entsprechende Flächen in Übersee. Weniger Soja-Importe verringern auch Transportwege und damit die CO2-Emissionen", so Köstinger.

Soja in Österreich

Pflanzliches Eiweiß für Tierfutter produziert die Alpenrepublik bereits zu über 80 Prozent im Land. Vor allem beim Futter für Wiederkäuer ist Österreich fast Selbstversorger.

Allerdings ist man bemüht, den Eiweißanteil im Tierfutter sukzessive zu reduzieren. Denn dies bedeutet auch weniger Stickstoff im Wirtschaftsdünger, weniger Belastung des Grundwassers sowie weniger Ammoniak-Emissionen - und damit erheblich weniger Geruch. Nach wie vor werden jedoch rund 500.000 Tonnen Sojabohnen und Sojaschrot pro Jahr nach Österreich importiert.

Die Flächen für Sojaanbau haben sich allerdings seit 2010 mehr als verdoppelt, 2021 waren es schon mehr als 75.000 Hektar.

Die Hälfte der heimischen Sojaproduktion wird übrigens für die menschliche Ernährung verwendet. Der Bedarf dürfte hier im Zuge einer forcierten Reduktion des Fleischkonsums im Sinne von Klimaschutz und Gesundheit in den nächsten Jahren noch steigen.

Pflanzen mit Mehrwert

Der Anbau von Eiweißpflanzen hat für die Landwirtschaft außerdem einige wünschenswerte Nebenwirkungen, haben sie doch die Fähigkeit Stickstoff zu binden. Das führt dazu, dass Düngemittel eingespart werden können. Eiweißpflanzen durchwurzeln zudem die Böden aktiver und verbessern damit deren Fruchtbarkeit ebenso wie sie diese vor Erosion schützen.(mojo)