Die Zahl der Menschen ohne Job ist im April trotz des Krieges in der Ukraine im Monatsvergleich gefallen. Ende April waren demnach 327.308 Personen arbeitslos oder in Schulung. 254.755 suchten einen Job, weitere 72.553 waren in Schulungsmaßnahmen des Arbeitsmarktservice (AMS). Die Arbeitslosenquote betrug 6,1 Prozent, die niedrigste April-Arbeitslosenquote seit 2008. Im Wochenvergleich hat es aber einen leichten Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen gegeben.

Für Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) ist die Situation am Arbeitsmarkt "nach wie vor gut". Man verzeichne die niedrigsten Arbeitslosenzahlen Ende April seit 2012. "Im Monatsrückblick ist erkennbar, dass der Krieg in der Ukraine und die dadurch notwendig gewordenen Wirtschaftssanktionen gegen Russland die positive Dynamik insgesamt bisher nur wenig gebremst haben", sagte Kocher am Montagvormittag bei der Präsentation der Arbeitsmarktzahlen in Wien.

Beim AMS waren Ende April 128.777 offene Stellen als sofort verfügbar gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 59 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Bekämpfung des Fachkräftemangels hat für Kocher hohe Priorität. Er verwies unter anderem auf den Ausbau der Qualifizierungsmaßnahmen und die Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte.

Einen "spürbaren Anstieg" gab es laut Arbeitsministerium hingegen bei den Voranmeldungen zur Kurzarbeit im Verlauf des Aprils. Zum Monatsende waren 52.588 Personen zur Kurzarbeit vorangemeldet. Die Lieferengpässe und der Ukraine-Krieg würden sich aber derzeit nur "sehr begrenzt" auf die Kurzarbeitszahlen auswirken, so Kocher. Das aktuelle Kurzarbeitsmodell läuft noch bis Ende Juni. Derzeit gibt es Verhandlungen zwischen Regierung und Sozialpartnern über eine neue Kurzarbeitsvariante. "Es wird ein Nachfolgemodell geben", betonte der Arbeitsminister. Es werde aber Änderungen geben, weil die Kurzarbeit nicht für Betriebe mit "strukturellen Schwierigkeiten" gedacht sei.

Kocher erwartet bis zum Herbst "eine niedrige fünfstellige Zahl" von ukrainischen Flüchtlingen am österreichischen Arbeitsmarkt. Es sei derzeit nicht abschätzbar, ob es 15.000 bis 20.000 oder mehr werden. Insgesamt haben bisher 1.797 Ukrainerinnen und Ukrainer eine Beschäftigungsbewilligung erhalten, davon entfielen 1.417 Bewilligungen auf Frauen und 380 auf Männer. Die meisten Beschäftigungsbewilligungen gab es in Oberösterreich (418) und Niederösterreich (363). Zudem sind derzeit 3.644 Vertriebene aus der Ukraine beim AMS vorgemerkt. (apa)