Die OMV AG ist im Bieterverfahren um 100 Prozent der Anteile an der Thermoplastik-Sparte der niederländischen Royal DSM NV dabei. Dies bestätigte der teilstaatliche Wiener Öl-, Gas- und Chemiekonzern am Freitagabend. Das Angebot wird laut Nachrichtenagentur Bloomberg gemeinsam mit Koch Industries erfolgen. Es geht um Angebote für den Geschäftsbereich Engineering Materials von DSM. Die Bewertung könnte bei mehr als 3 Milliarden Euro liegen, so Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen.

"Die potenzielle Transaktion würde es OMV ermöglichen, ihr Chemieportfolio über Polyolefine hinaus zu erweitern", heißt es in der Mitteilung der OMV. Aber der Aufsichtsrat habe sich noch nicht mit dem Deal beschäftigt und "seine potenzielle Entscheidung hierüber ist derzeit nicht absehbar". Die Entscheidung solle aber "so bald wie möglich" fallen. Auch fehlen noch Beschlüsse des Vorstands und Freigaben durch Behörden. Auch die Due Diligence Prüfung sei noch nicht abgeschlossen.

Der Chemiekonzern Lanxess AG ist ebenfalls im Rennen und hat sich mit dem Private-Equity-Haus Advent International zusammengetan, um ein Angebot für die Sparte abzugeben, so Bloomberg. Auch die Buyout-Firma SK Capital habe Interesse angemeldet. Die Gespräche seien noch im Gange und es seien noch keine endgültigen Entscheidungen über einen Verkauf getroffen worden, sagten die Personen, die darum baten, nicht namentlich genannt zu werden. Vertreter von Advent, DSM, Lanxess und OMV lehnten eine Stellungnahme ab, während Sprecher von Koch und SK Capital nicht sofort für einen Kommentar erreichbar waren.

Der Verkauf von Engineering Materials, einem Hersteller von Thermoplasten, die in der Automobil- und Bauindustrie verwendet werden, ist Teil der strategischen Neuausrichtung des niederländischen Unternehmens auf die Bereiche Gesundheit und Ernährung. DSM arbeitet dabei mit JPMorgan Chase & Co. und Centerview Partners zusammen, um seine Materialaktivitäten zu überprüfen, wie Bloomberg News im Oktober berichtet hatte. (apa)