Derzeit haben 311.086 Personen keinen Job, davon sind 237.842 arbeitslos gemeldet und 73.244 nehmen an AMS-Schulungsmaßnahmen teil. Die aktuellen Arbeitslosenzahlen sind um rund 35.000 niedriger als vor der Corona-Pandemie im Mai 2019. Aktuell sind 51.476 Personen zur Kurzarbeit vorangemeldet. In der Vorwoche waren es noch 53.023 Voranmeldungen.

"Diese positive Entwicklung ist unter anderem auf saisonale Effekte zurückzuführen, die in der Regel bis zum Sommer zu einem Rückgang bei der Arbeitslosigkeit führen", kommentierte Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) die aktuellen Arbeitsmarktdaten.

Trotz Ukraine-Krieg, Lieferkettenproblemen und hohen Energiepreisen sei die Lage am Arbeitsmarkt "weiterhin positiv", sagt Kocher.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Österreich war von 8. bis 14. Mai um 6,77 Prozent höher als vor einem Jahr, geht aus dem OECD-BIP-Indikator hervor. Im Vorjahr war die heimische Wirtschaft noch stärker von der Corona-Pandemie belastet. In manchen Branchen schlage die Unsicherheit aber nun durch und man verzeichne "eine abflauende Konjunktur", sagte Kocher. Die Aussichten für die Industrie und den Export hätten sich "leicht verschlechtert". "Wir hoffen, dass sich das nicht verfestigt." Der Wirtschaftsminister ortet hierzulande insgesamt aber noch "eine gute wirtschaftliche Entwicklung". Wirtschaftsforscher erwarten heuer ein Wachstum des heimischen Bruttoinlandsprodukts von 3,9 Prozent.

Weiteres Entlastungspaket wird kommen

Beim Thema Teuerung sieht Kocher Handlungsbedarf. "Die Inflation führt zu großen Verwerfungen." Man werde als Regierung versuchen, mit den Planungen für ein weiteres Entlastungspaket "möglichst weit in den nächsten Wochen zu kommen". Die Maßnahmen müssten "gut abgewogen sein". Einen konkreten Zeitplan für weitere Maßnahmen gibt es laut dem Arbeits- und Wirtschaftsminister aber noch nicht.

Eine schwierige Personalsituation erwartet Kocher für Gastronomiebetriebe und Hotels. "Es wird für den Tourismus weiter nicht einfach sein, weil die Nachwirkungen von Corona noch durchschlagen", sagt er. Viele Arbeitskräfte hätten während der Pandemie die Branche verlassen und seien nicht zurückgekehrt.

Während laut Branchenangaben in der Gastronomie und im Tourismus bis zu 35.000 Arbeitskräfte fehlen, sind es laut AMS und aktuellsten April-Daten 15.555. Dieser Zahl zufolge hat sich die Lücke binnen drei Jahren seit April 2018 fast verdoppelt, denn damals wurde ein Arbeitskräftemangel von 8.600 Personen gezählt. Die Zahl der unselbständig in der Branche Beschäftigten blieb mit gut 185.000 bzw. nun gut 188.000 Menschen nahezu gleich. Manche Gastronomiebetriebe haben aufgrund des Mitarbeitermangels ihre Öffnungszeiten verkürzt oder einen zusätzlichen Schließtag eingeführt. (apa/red.)