Die Staatsholding Öbag schüttet für das abgelaufene Geschäftsjahr 766 Millionen Euro Dividende aus und mit dem Flughafen-Finanzvorstand Günther Ofner einen neuen Aufsichtsratschef. Er wurde am Mittwochnachmittag in der Hauptversammlung bzw. folgenden konstituierenden Aufsichtsratssitzung gewählt und folgt Helmut Kern nach. Die Öbag hält unter anderem Beteiligungen an der OMV, der Telekom Austria und der Post.

Am 8. Juli werden dem Finanzministerium als 100-prozentigem Eigentümer der Öbag konkret 580 Millionen Euro überwiesen, die von den Beteiligungsunternehmen kommen. Zusammen mit 186 Millionen Euro, die vom Verbund kommen, dessen Staatsanteile die Öbag verwaltet, erhält die Republik insgesamt mehr als eine dreiviertel Milliarde Euro. Für 2020 hatte die Staatsholding 653 Millionen an Dividenden ausgeschüttet. Es gibt also ein Plus von fast einem Fünftel (17 Prozent).

"Eine nachhaltige Dividende ist eines der wichtigsten Ziele der Öbag," so Vorständin Edith Hlawati in einer Aussendung. "Stabile Dividenden ermöglichen der Republik die vielfältigen Aufgaben des Staates in unterschiedlichen Bereichen zu finanzieren." Die Höhe der Dividende spiegle die ausgezeichnete Performance der Unternehmen auch während der Corona-Turbulenzen wider.

Mit dem 65 Jahre alten Doktor der Rechtswissenschaften Ofner zieht indes der Vorsitzende der Berufsgruppe Luftfahrt in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) als Aufsichtsratschef in die Öbag ein. Ofner ist in der ÖVP verwurzelt.

Er übt seit 1994 Vorstandsfunktionen in börsennotierten und nicht gelisteten Gesellschaften aus, hat dadurch Managementerfahrung im Energie-, Telekom- und Versicherungsbereich. Auch als Aufsichtsrat ist Ofner tätig. Bei der Hypo NÖ und beim Hilfswerk Burgenland ist er Vorsitzender dieses Gremiums, bei der Austro Control und bei der Wiener Städtischen ist er Stellvertreter des Vorsitzenden.

Für Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) leistet "Ofner als Vorstandsdirektor der Flughafen Wien AG seit Jahren ausgezeichnete Arbeit und ist mehr als anerkannt. Mit seiner Erfahrung aus zahlreichen Aufsichtsratsfunktionen wird er gemeinsam mit Vorstand Edith Hlawati auch die Öbag in eine starke Zukunft führen." Ziel sei, den Standort Österreich weiter abzusichern und zu stärken.

Bei Kern bedankte sich Brunner für dessen Tätigkeit in einer schwierigen Phase. Er habe für Ruhe und Stabiliät gesorgt. In Kerns Zeit fielen Aufdeckungen rund um den früheren ÖBAG-Vorstand Thomas Schmid, der über kompromittierende Chats gestolpert war. (apa)