Österreich hat in den ersten fünf Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahr 3,5 TWh weniger Gas verbraucht, sagte Energieagentur-Geschäftsführer Franz Angerer im "Morgenjournal". Hochgerechnet auf das Jahr ergebe das eine Einsparung von zehn Prozent. Nach Daten der Energieagentur haben die Gaskraftwerke sogar mehr verbraucht als im Vorjahr. Gespart wurde wegen dem warmen Frühjahr beim Heizen sowie wegen den hohen Preisen in Industrie und Gewerbe.

Beim Strom könnte ein Durchschnittshaushalt alleine durch Verhaltensänderungen bis zu zehn Prozent einsparen, sagte Angerer. Wenn etwa Klimaanlagen auf eine Solltemperatur von 25 oder 26 Grad gestellt werden, statt auf 22 Grad. Angerer empfiehlt, Heizungen zu warten und dann in der Heizperiode die Temperatur zu senken. Auch könne man noch "undichte Fenster notdürftig dämmen" oder die obersten Geschoßdecken isolieren. Aber dann sei es mit den Sofortmaßnahmen, die jetzt gebraucht werden "ziemlich vorbei".

Nie alle zu Erreichen

Da Haushalte vor allem beim Heizen Energie sparen können, gehen Sparaufrufe im Frühsommer "meistens ins Leere", sagt Angerer. Ständige Sparaufrufe zu propagieren könne auch dazu führen, dass es überhaupt nicht mehr gehört wird. Aber Angerer geht davon aus, dass die ständigen Berichte über hohe Preise die Sparbereitschaft ohnehin steigern - aber nicht bei allen: "Bei dem Teil der Bevölkerung, wo das Thema ankommen kann und ankommen wird, ist es angekommen. Es gibt aber immer einen gewissen Teil, wo das Thema ins Leere geht, die man einfach nicht erwischt."

Laut Recherche des "Standard" können in Österreich nur Kraftwerke mit einer Leistung von rund 380 MW von Gas auf Öl umgerüstet werden. Dazu kommt noch das Kraftwerk Mellach mit 200 MW, das von Gas auf Kohle zurückgebaut werden soll. Die gesamten Kapazitäten der thermischen Kraftwerke lägen bei etwa 4200 Megawatt (MW). Davon lassen sich gut 3500 MW definitiv nicht von Gas-auf Ölbetrieb umstellen.

Anders sei es bei reinen Heizkraftwerken. Eines in Salzburg sei bereits von Gas- auf Ölbefeuerung umgestellt worden, ein weiteres befindet sich dort in Umbau. Die vier Heizkraftwerke in Wien - Spittelau, Leopoldau, Inzerdorf und beim Arsenal im dritten Bezirk - können sowohl mit Gas als auch mit Öl betrieben werden. Laut Wien-Energie-Chef Michael Strebl sei auch die Beschaffung von Heizöl leicht "kein Problem" gewesen, schreibt der "Standard". Die Tanks mit 10.000 Liter würde aber nur kurz reichen, daher suche man zusätzliche Möglichkeiten, Heizöl einzulagern. (apa)