Trotz Wartung der Pipeline Nord Stream 1 und dadurch bedingt geringeren Gaszuflüssen aus Russland wurde in Österreich am Montag noch etwas Gas eingespeichert. Aber die Gasbefüllung der Speicher werde in den nächsten Tagen langsamer erfolgen und "es ist möglich, dass an einzelnen Tagen auch Gas ausgespeichert wird", teilte das Klimaministerium am Mittwoch mit. Der laufende Bedarf könne gedeckt werden, für die Stromproduktion wird derzeit kaum Gas benötigt.

Mit Spannung erwartet wird, ob Gazprom nach der Wartung die vollen Lieferungen wieder aufnimmt. Die letzten Aussagen dazu schüren Befürchtungen: Der russische Gaskonzern hat den Weiterbetrieb von Nord Stream 1 vor dem Hintergrund der Reparatur einer dafür notwendigen Turbine in Kanada in Frage gestellt. Gazprom habe bisher keine schriftliche Bestätigung, dass die reparierte Turbine aus Kanada dem für die Installation verantwortlichen Unternehmen Siemens geliefert werde, erklärte der russische Gaskonzern am Mittwoch. "Unter diesen Umständen" könne Gazprom den künftigen Betrieb der Leitung nicht garantieren.

Jedenfalls liefere Gazprom nicht mehr Gas über die Ukraine, um den Ausfall von Nord Stream 1 zu kompensieren, obwohl das möglich wäre, vermerkt das Klimaministerium. Österreich möchte die Gasspeicher im Land bis zur Heizperiode zumindest zu 80 Prozent befüllt haben. Am Montag kamen lediglich 98 Gigawattstunden dazu. Derzeit steht der Füllstand bei 46,2 Prozent. Das entspricht zwar etwa einem halben Jahresbedarf Österreichs, allerdings gehört nur ein Teil des Gases österreichischen Unternehmen oder Institutionen. (apa)