Nachdem Russlands Staatskonzern Gazprom seine Nutzungsrechte für den Gasspeicher Haidach in Salzburg verloren hat, soll die Befüllung nun am 1. August beginnen. Zuständig dafür ist nach Auskunft des Energieministeriums die RAG Austria als technischer Betreiber der Anlage. Das Unternehmen habe auch bereits mit der Vermarktung der Kapazitäten begonnen, die Reihung von Anfragen aus der Wirtschaft erfolgt dabei nach dem "First Come, First Serve"-Prinzip.

Vermarktet werden sollen vorerst Speicherkapazitäten in Höhe von rund 14 Terawattstunden (Twh), das entspricht gut zwei Dritteln der Speicherkapazität des sogenannten GSA-Speichers in Haidach. Die Gesamtkapazität aller österreichischen Speicher liegt bei 95,5 TWh, der Jahresverbrauch an Erdgas beträgt rund 90 TWh.


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Gasspeicher Haidach

Aufgrund der fehlenden Einspeicherung in den GSA-Speicher durch den russischen Gazprom-Konzern hatte die Regierung eine gesetzliche Regelung beschlossen, wonach alle Speicher in Österreich auch genutzt werden müssen. Wird ein Speicher systematisch nicht befüllt, müssen andere Unternehmen die Möglichkeit bekommen, dort einzuspeichern ("Use it or lose it"-Prinzip).

Ziel der Regierung ist, die österreichischen Gasspeicher bis zur Heizsaison zu mindestens 80 Prozent zu befüllen. Derzeit liegt der Füllstand der heimischen Speicher bei rund 51 Prozent. Um Haidach bahnt sich allerdings ein Streit zwischen Österreich und Bayern an. Der Speicher liegt zwar auf österreichischem Staatsgebiet, ist bisher aber nur an das deutsche Gasnetz angeschlossen. Österreichs Umweltministerin Leonore Gewessler hatte angekündigt, Haidach auch mit dem österreichischen Netz zu verbinden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder drängt bereits auf eine vertragliche Regelung über die Nutzung des in Haidach eingelagerten Gases. (red.)