Am Montag vor zwei Wochen haben die Gewerkschaften Pro-Ge und GPA ihre Lohnforderungen für das kommende Jahr an die Metalltechnische Industrie (FMTI) übergeben, kommenden Montag um elf Uhr startet nun die erste Verhandlungsrunde. Die Arbeitnehmer fordern 10,6 Prozent mehr am Konto, Basis für das Feilschen ist traditionell die Inflationsrate der vergangenen zwölf Monate, diese beträgt 6,3 Prozent. Derzeit liegt der Mindestlohn in der Metallindustrie bei 2.089,87 Euro brutto.

Die Arbeitgeber, vertreten durch FMTI-Obmann Christian Knill, haben die Forderung der Belegschaftsvertreter als "unvernünftig und überzogen" bezeichnet und liebäugeln mit Einmalzahlungen, die von der Regierung zuletzt steuerfrei gestellt wurden. Für Pro-GE-Chefverhandler Rainer Wimmer wären einmalige Zuschläge aber nur "das Schnittlauch am Brot", da die nächstjährigen Lohnverhandlungen immer auf dem Letztergebnis aufsetzen, also nur prozentuelle Aufschläge auf Lohn und Gehalt nachhaltig wären.

Zusätzlich zu den 10,6 Prozent mehr Einkommen fordern die Gewerkschaften für den Kollektivvertrag (KV) 2023, der ab 1. November des heurigen Jahres gelten soll, auch Verbesserungen beim Rahmenrecht: 1.000 Euro für Lehranfänger, ein neuer Zuschlag für Samstagsarbeit, die Anhebung des Überstundenzuschlages für die 10. Arbeitsstunde und eine leichtere Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche. Falls es am Montag keine Einigung gibt, was als wahrscheinlich gilt, wird am 17. Oktober in der Wirtschaftskammer in Wien weiter verhandelt.

Abschluss in Brotindustrie bei 6,5 Prozent

Der KV für die Metalltechnische Industrie betrifft rund 1.200 Betriebe und ihre 130.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Der Großteil der Unternehmen ist familiär geführt. Zeitversetzt zu den Metalltechnikern verhandeln auch die anderen Sparten der Metallindustrie für rund 70.000 Beschäftigte. Traditionell schließen sich genau so ab wie ihre Kolleginnen und Kollegen aus der metalltechnischen Sparte.

Zuletzt haben die Großbäckereien und die Brotindustrie ihren KV ausverhandelt - für die Beschäftigten gibt es ein Plus von 6,5 Prozent auf den bisherigen Bruttolohn. Die Zulagen werden ebenfalls um 6,5 Prozent erhöht, der Kollektivvertrag gilt ab 1. Oktober 2022. (apa)