In zwei Wochen startet die Herbstlohnrunde für die rund 415.000 Angestellten und 15.000 Lehrlinge im Handel. Im Vorjahr gab es ein Plus von 2,55 Prozent, das Einstiegsgehalt wurde auf 1.800 Euro brutto angehoben. Weiters wurden ein Nachtzuschlag und ein Digitalisierungsbonus von 100 Euro für Lehrlinge vereinbart. Die Basis für die Kollektivvertragsrunde bildete eine durchschnittliche Jahresinflationsrate von 2,1 Prozent, diesmal liegt sie bei 6,3 Prozent.

Richtungsweisend sind die Metaller, die die Herbstlohnrunde in traditioneller Weise einleiten. Die Arbeitnehmervertreter verlangen heuer 10,6 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Die erste Verhandlungsrunde mit der Metalltechnischen Industrie am vergangenen Montag verlief recht kurz, ein Angebot der Arbeitgeber liegt noch nicht auf dem Tisch.

Das jährliche Feilschen um den Kollektivvertrag dreht sich aber nicht nur um eine Zahl, sondern auch um die Rahmenbedingungen. So fordern die Gewerkschaften seit langem, dass die sechste Urlaubswoche leichter erreichbar sein soll. Auch Überstundenabgeltungen oder Fortbildungsmaßnahmen sind ein Thema, ebenso die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Im Handel ist der Anteil von Frauen in Teilzeit besonders hoch. Die Arbeitgeber wiederum wünschen sich mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten.