Der österreichische Möbelriese XXXLutz will den Berliner Online-Möbelhändler Home24 übernehmen. Die XXXLutz KG teilte mit, sie beabsichtige, den Aktionären von Home24 im Rahmen eines Übernahmeangebots 7,50 Euro je Aktie anzubieten. Mit dem XXXLutz-Offert wird das Unternehmen mit knapp 230 Millionen Euro bewertet.

Die Marktkapitalisierung betrug gemessen am Xetra-Schlusskurs vom Mittwoch gerade mal noch etwas mehr als 100 Millionen Euro. Die Führungsspitze von Home24 unterstützt das Übernahmeangebot.

An der Börse wurden die Neuigkeiten euphorisch aufgenommen - die Home24-Aktie ging am Donnerstag mit einem Aufschlag von 122 Prozent in den Handel. Mit einem Kurs von 7,38 Euro lag sie dabei noch leicht unter dem Angebotspreis von XXXLutz. Das Angebot ist allerdings noch weit vom Ausgabekurs beim Börsengang im Juni 2018 von 28,50 Euro entfernt.

XXXLutz hat sich den Angaben zufolge bereits vor Bekanntgabe des Angebots rund 60 Prozent der Stimmrechte bei Home24 gesichert - rund 50 Prozent von den Aktionären, den Rest durch eine geplante 10-prozentige Kapitalerhöhung bei Home24 unter Ausschluss des Bezugsrechts der übrigen Aktionäre. Dadurch sollen dem Unternehmen rund 23 Mio. Euro frisches Kapital zufließen.

Home24 leidet unter sinkenden Umsätzen

Für Jefferies-Analyst Henrik Paganetty kam die Übernahme indes wenig überraschend. Dass Unternehmen zusammengehen, sei angesichts der schwierigen Verhältnisse in den Bereichen Onlinehandel und Wohnen nur verständlich. Langfristig sei das Potenzial der Geschäftsfelder ungebrochen hoch.

Der Home24-Chef Marc Appelhoff sagte der Deutschen Presse-Agentur, gerade angesichts der aktuellen Konsumflaute werde der neue Investor Home24 mehr Robustheit verschaffen. Das Unternehmen werde bei Einkauf und Logistik von der Unterstützung des Möbelriesen profitieren, aber weiterhin als eigenständiges Unternehmen agieren.

Von einem Unternehmenssprecher der XXXLutz-Gruppe hieß es: "Als großer Partner wird XXXLutz Home24 dabei unterstützen, die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens in einem unsicheren Marktumfeld zu sichern und auf Basis des innovativen Geschäftsmodells auch in Zukunft Wachstumschancen zu ergreifen."

Wie viele andere Onlinehändler leidet auch Home24 unter sinkenden Umsätzen, weil die Konsumenten angesichts des Ukrainekrieges und der hohen Inflation ihr Geld zusammenhalten. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Quartalen stets Verluste verbucht. Home24 selbst hatte erst im Frühjahr die Übernahme der Haushaltswaren-Kette Butlers abgeschlossen und sich davon positive Impulse für Umsatz und Gewinn erhofft. (dpa-AFX)