In der dritten Runde der Kollektivvertragsverhandlungen für die Metalltechnische Industrie haben die Arbeitgeber am Montag nachgebessert. Es bleibt zwar beim ursprünglichen Angebot einer Erhöhung der Ist-Löhne und Gehälter um 4,1 Prozent, dazu soll es aber eine Erfolgsbeteiligung geben, die bis zu 2,2 Prozent der Lohn- und Gehaltssumme ausmachen könne. Die Arbeitgeber sehen darin eine Brutto-KV-Erhöhung von bis zu 6,3 Prozent und ein "deutlich verbessertes Angebot".

"Die Gewerkschaften zeigten allerdings keinerlei Bereitschaft, von ihrer überzogenen Forderung abzurücken", zeigten sich die Arbeitgeber in einer Aussendung enttäuscht. "Das angebotene Gesamtpaket würde zu einer deutlichen und realen Kaufkraftstärkung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer führen, da den Beschäftigten durch die Anti-Teuerungspakete der Bundesregierung bereits zwischen 50 und 100 Prozent der erhöhten Teuerung abgegolten wurden", teilte Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie (FMTI), mit.

Für die Gewerkschaften PRO-GE und GPA ist das Angebot der Arbeitgeber jedoch inakzeptabel. Bei den rund 400 Betriebsversammlungen mit über 65.000 TeilnehmerInnen in der vergangenen Woche wurden bereits klare Streikbeschlüsse von den Belegschaften gefasst. Nun holen die Gewerkschaften PRO-GE und GPA auch die Streikfreigabe für die gesamte Metallindustrie beim Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) ein, geht aus einer Aussendung der Arbeitnehmervertreter hervor.

"Jetzt wird es ernst

"Jetzt wird es sehr ernst. Die nächste Runde mit dem FMTI wird entscheiden, ob ein Arbeitskampf notwendig wird. Das Angebot der Arbeitgeber liegt weiterhin bei 4,1 Prozent und ist eine Verhöhnung der Beschäftigten", sagen die Chefverhandler auf Gewerkschaftsseite, Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA).

Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA fordern ein Plus von 10,6 Prozent und wollen vor dem nächsten Verhandlungstermin am 3. November eine große Betriebsräte-Konferenz in St. Pölten abhalten. Bei dieser Konferenz am 2. November sollen laut Gewerkschaft PRO-GE die finalen Abstimmungen für einen Arbeitskampf getroffen werden. Sollte auch die vierte Verhandlungsrunde am 3. November scheitern, kommt es zu Warnstreiks, droht die Gewerkschaft.

Bereits vor der Verhandlungsrunde am Montag war es zu Betriebsversammlungen gekommen. "Wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die Arbeitgeber einlenken und endlich zugeben, dass die letzten 12 Monate sehr erfolgreich waren", sagte Chefverhandler Rainer Wimmer (PRO-GE) am Montag vor dem Start der Gespräche. (apa)