Die Kreditvergabe an Unternehmen im Euroraum hat trotz eingetrübter Konjunkturaussichten und steigender Zinsen erneut stark zugenommen. Die Finanzinstitute reichten im September um 8,9 Prozent mehr Darlehen an Firmen aus als ein Jahr zuvor, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwoch mitteilte.

Das ist der stärkste Zuwachs seit Anfang 2009. Im August hatte das Plus bei 8,8 Prozent gelegen. Die Geldhäuser vergaben an die Privathaushalte im September um 4,4 Prozent mehr Darlehen als ein Jahr zuvor. Im August war das Wachstum mit 4,5 Prozent noch einen Tick höher ausgefallen.

Die monatlichen Daten zur Entwicklung der Kreditvergabe der Banken geben den Währungshütern wichtige Informationen zu den Finanzierungsbedingungen im Euroraum. Diese fließen in die geldpolitischen Entscheidungen ein.

EZB im Kampf gegen die Inflation

Die nächste Zinssitzung der EZB ist bereits an diesem Donnerstag. Volkswirte erwarten mehrheitlich, dass die Notenbank ihre Schlüsselzinsen im Kampf gegen die hohe Inflation dann wie im September um 0,75 Prozentpunkte erhöhen wird. Der Leitzins würde damit auf 2,0 Prozent steigen und der für die Finanzmärkte derzeit maßgebliche Einlagensatz auf 1,5 Prozent.

Die Geldmenge M3 erhöhte sich im September um 6,3 Prozent. Volkswirte hatten ein Plus von 6,1 Prozent erwartet. Im August war der Zuwachs bei 6,1 Prozent gelegen. Zu der Messgröße M3 gehören unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten sowie Geldmarktpapiere und Schuldverschreibungen. (apa/Reuters)