Aus den Lautsprechern dröhnt Heavy-Metal-Musik, Trillerpfeifen erfüllen die Luft mit schrillen Tönen. Dazwischen beschallt eine Gruppe junger Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter von Pro-Ge und GPA, die an diesem Donnerstagvormittag vor der Wirtschaftskammer Österreich im 4. Wiener Gemeindebezirk aufmarschiert sind, das Gebäude mit Sprechchören: "Wir wollen tausend Euro!"

Die vierte Runde der Kollektivvertragsverhandlungen für die Metalltechnische Industrie steht an diesem Tag auf dem Programm. Die Gewerkschaftsjugend macht aus diesem Anlass unüberhörbar auf ihre Forderung nach 1.000 Euro Lohn im ersten Lehrjahr aufmerksam. Im zweiten Lehrjahr soll es 1.300 Euro geben, im dritten 1.600 Euro und im vierten 2.000 Euro. Derzeit erhält ein Lehrling in der Metallindustrie im ersten Lehrjahr 800 Euro.

Am 19. September haben die Gewerkschaften mit einer Forderung nach einem Lohn- und Gehaltsplus von 10,6 Prozent die Herbstlohnrunde für die Metalltechnische Industrie eingeläutet. Seither gab es drei Verhandlungstermine, in der ProGe und GPA nicht von ihrer Position abgerückt sind. Neben 1.000 Euro für Lehranfänger soll es auch einen neuen Zuschlag für Samstagsarbeit, die Anhebung des Überstundenzuschlages für die 10. Arbeitsstunde und eine leichtere Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche geben.

Die Arbeitgeber-Verhandler haben in der dritten Runde, die am 24. Oktober stattfand, ihr Angebot nachgebessert. Sie bieten neben einer Erhöhung der Ist-Löhne und -Gehälter um 4,1 Prozent verschiedene Formen einer Erfolgsbeteiligung an, die bis zu 2,2 Prozent der Lohn- und Gehaltssumme ausmachen können. Im besten Fall gibt es für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer also 6,3 Prozent. Für die Gewerkschaft ist dieses Angebot eine "Mogelpackung".

In einer bundesweiten Betriebsrätekonferenz von Pro-Ge und GPA in St. Pölten wurden dreistündige Warnstreiks ab Montag, dem 7. November, beschlossen, sollte es in der vierten Gesprächsrunde keine Einigung mit den Arbeitgebern geben. In den Verhandlungen sei von beiden Seiten Kompromissbereitschaft nötig, sagte Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie, im Ö1-Morgenjournal.