Die Preise für Haushaltsenergie sind im September gestiegen und waren um 54,5 Prozent höher als vor einem Jahr, geht aus dem Energiepreisindex der Österreichischen Energieagentur hervor. Auch Preiserhöhungen von großen Versorgern bei Strom, Gas und Fernwärme haben sich dabei ausgewirkt. Mit einer substanziellen Entspannung für Haushaltskunden ist laut Energieagentur kurzfristig nicht zu rechnen, allerdings trete ab Dezember die Strompreisbremse der Regierung in Kraft.

Im Vergleich zum Vormonat August war Haushaltsenergie um 10,7 Prozent teurer, das war der zweithöchste Anstieg nach März 2022 seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2022. Die Energiepreise haben damit nach einem leichten Rückgang im August ihren Aufwärtstrend wieder fortgesetzt und bleiben damit weiterhin der zentrale Treiber der Inflation. Fast die Hälfte der September-Inflationsrate von 10,5 Prozent könne direkt auf die Energiepreissteigerungen für Haushalte zurückgeführt werden, so die Energieagentur.

Nachdem der Gasverbrauch in diesem Jahr bisher immer niedriger gewesen war als im Vorjahr, stieg die Abgabe an Endverbraucher im September im Jahresabstand um 6,1 Prozent auf rund 4,9 Terawattstunden (TWh). Schuld daran war vor allem das kalte Wetter, erklärte die Regulierungsbehörde E-Control. Aber auch die Stromerzeugung der Gaskraftwerke ist gestiegen. Der Stromverbrauch ist hingegen im Jahresabstand um 3,4 Prozent gesunken.

Im Stromverbrauch von 5,34 TWh im September ist der Verbrauch für Pumpspeicherung nicht enthalten. Die Stromerzeugung war mit 5,3 TWh um 8,4 Prozent höher als vor einem Jahr.

Die Wasserkraftwerke produzierten um 0,12 TWh bzw. 3,8 Prozent weniger elektrische Energie. Demgegenüber stieg die Erzeugung aus Wärmekraftwerken um 0,38 TWh oder 47,2 Prozent auf 1,18 TWh, wobei die Gaskraftwerke mit rund 0,7 TWh mehr als doppelt so viel Strom erzeugten wie im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Auch bei den Windkraftanlagen gab es im September ein Anstieg: Sie produzierten 0,45 TWh, damit betrug ihr Anteil an der gesamten Stromproduktion im September 8,4 Prozent.

Der Stromaustausch mit dem Ausland war rückläufig. Mit rund 1,91 TWh wurde um 25,7 Prozent weniger importiert als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Die physikalischen Stromexporte sanken im selben Zeitraum um 3,3 Prozent auf 1,37 TWh.

Die inländische Gasproduktion (inkl. Einspeisung biogener Gase) lag im September 2022 mit 0,57 TWh um 4,1 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Die Speicher waren am Monatsende mit 76,2 TWh Gas gefüllt, das war um die Hälfte mehr als vor einem Jahr. (apa)