Die EU-Energieregulierungsbehörde Acer (Agency for the Cooperation of Energy Regulators) erhält Unterstützung im Kampf gegen möglichen Marktmissbrauch im europäischen Gasgroßhandel auch aus Österreich. Die zuständige Behörde E-Control aus Österreich und ihre Pendants aus Deutschland (Bundesnetzagentur) und den Niederlanden (ACM) kooperieren in Form einer gemeinschaftlichen Ermittlungsgruppe mit Acer, bestätigte eine E-Control-Sprecherin am Freitagabend.

Acer wolle sich mit der Ermittlungsgruppe auf den Gasmarkt und die dortigen Preiskapriolen konzentrieren, berichtete zuvor der Energieinformationsdienst deutsche Energate. Auf der Homepage der E-Control wird das Vorgehen von Acer erläutert (siehe http://go.apa.at/c6xVIcrO). Die Gruppe ermittelt demnach europaweit. Gegebenenfalls will man auch Marktteilnehmer aus nicht EU-Ländern sanktionieren, hieß es laut Energate aus dem Acer-Hauptsitz im slowenischen Ljubljana.

Dazu, wie das neu ins Leben gerufene Ermittlerteam aufgestellt ist, machten die Behörden dem Energieinformationsdienst keine Angaben. E-Control zufolge seien die Ermittlungen noch nicht weit fortgeschritten und dementsprechend "nicht sehr personalintensiv", was sich ändern könne. Generell würden solche Ermittlerteams in Abhängigkeit vom Aufwand im jeweiligen Verfahren aufgestellt.

Von einer solchen Zusammenarbeit erhoffen sich die Behörden, unter anderem die Beweissicherung zu verbessern. Grundlage der grenzübergreifenden Zusammenarbeit im Kampf gegen Marktmanipulation ist sogenannte Remit-Verordnung aus dem Jahre 2011, die sogenannte Verordnung über die Integrität und Transparenz des Energiegroßhandelsmarkts. (apa)