"Kreislaufwirtschaft ist im derzeitigen ökonomischen Umfeld von Inflation, Rezession, Klima- und Rohstoffkrise ein starkes und positives Gegenmittel", so Harald Hauke, Vorstandssprecher der Altstoff Recycling Austria (ARA), anlässlich der Präsentation des mittlerweile vierten "ARA Circular Economy Barometers" am Donnerstag.

85 Prozent der befragten heimischen Unternehmen investieren bereits in Kreislaufwirtschaft oder planen dies. Das sind deutlich mehr als vor Ausbruch der Pandemie (75 Prozent). Ressourcen schonen, Klimaschutz und gesellschaftliche Verantwortung sind die Hauptgründe, in zirkuläres Wirtschaften zu investieren, ergab die GfK-Studie. Der Anteil der entsprechenden Investitionen an den Gesamtinvestitionen in den Unternehmen ist 2022 auf 14 Prozent gestiegen, 2021 waren es noch neun Prozent.

Bürokratie als Hindernis

Größere Unternehmen zeigen sich dabei engagierter als kleinere. Das dürfte auch daran liegen, dass mit den Projekten ein erheblicher Bürokratie-Aufwand verbunden ist. Immerhin geben mehr als ein Viertel der 150 befragten Unternehmen an, dass die komplexe Gesetzgebung, noch vor den hohen Kosten und dem fehlenden Know-how, das größte Hindernis bei der Umsetzung von Projekten in diesem Umfeld sei.

"Zu den Top-Aktivitäten zählen das Abfallmanagement mit der getrennten Sammlung, die Reduktion von Abfällen, die Forcierung der Wiederverwendung und der Einsatz von Recyclingmaterial bei der Produktion", resümiert Ursula Swoboda, Managing Director GfK Austria.

"Die durch EU-Regulatorien vorgeschriebene Transparenz bei Produkten und Dienstleistungen, etwa im Zusammenhang mit der EU-Taxonomie oder dem digitalen Produktpass, sowie der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit seitens der Konsumenten führen dazu, dass Kreislaufwirtschaft für Unternehmen nicht mehr die Kür ist, sondern zur Pflicht wird", deutet ARA-Sprecher Hauke die Studienergebnisse.

Die heimische Wirtschaft hätte Circular Economy als Chance und Notwendigkeit begriffen und als Antwort auf Klima- und Rohstoffkrise, meint er. Das Recyclingunternehmen sieht sich als "Sparringpartner" für Politik, Wirtschaft und Bevölkerung in Sachen zirkuläres Wirtschaften in Österreich.