Der Flughafen Wien ist nach der Coronakrise wieder auf Kurs. Die börsennotierte Betreibergesellschaft hat ihren Umsatz in den ersten neun Monaten des Jahres um 85 Prozent gesteigert, auf 508 Millionen Euro. Der Nettogewinn stieg auf 109 Millionen Euro, nachdem das Unternehmen im Vergleichszeitraum 2021 noch eine rote Null geschrieben hatte. Passagiere und Airlines kehrten zurück, erklärte der Vorstand am Donnerstag in einer Aussendung.

"Die wieder gestiegene Reiselust hat sich auch im dritten Quartal 2022 fortgesetzt, Umsatz und Nettoergebnis haben deutlich zugelegt und das Unternehmen ist vor dem Start neuer, großer Investitionen praktisch schuldenfrei", sagte Vorstand Günther Ofner.

2023 "Green Airport"

Der Flughafen wirbt seit dem Bau einer großen Photovoltaikanlage, besonders grün zu sein. Kritiker werfen dem Airport "Greenwashing" vor. Wie Ofner erklärt, soll die Sonnenstromproduktion auf 45 Hektar verdoppelt werden, die Anlage wäre damit wieder die größte Österreichs. "Ab Jänner 2023 wird der Flughafen Wien seinen Betrieb CO2-neutral führen und damit einer der ersten Green Airports Europas sein", so Ofner.

Die bereits installierten 55.000 Solarpaneele auf 24 Hektar liefern eine Stromleistung von 24 Megawatt Peak. Damit lassen sich pro Jahr rund 30 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugen. Mit dieser Strommenge könnten - umgewandelt in synthetisches Kerosin - nach APA-Berechnungen näherungsweise gerade mal rund 50 Hin- und Rückflüge nach London durchgeführt werden. Mit der PV-Anlage des Airports ließen sich 0,04 Prozent des 2019 in Österreich getankten Kerosins ersetzen.

Jahresgewinn von 115 Millionen Euro erwartet

Tatsächlich sind die Passagiere trotz Klimakrise und der durch hohe Energiepreise befeuerten Inflation zurückgekehrt. "Nach einem starken Sommer mit einem Passagieraufkommen von fast 90 Prozent des Vorkrisenniveaus verläuft auch der Herbst gut. Im Oktober 2022 verzeichneten wir 2,4 Millionen Fluggäste nach 2,8 Millionen im Oktober 2019", sagte Vorstand Julian Jäger.

Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand in Wien 23 Millionen Passagiere und einen Jahresgewinn von 115 Millionen Euro. Der Vorstand plant, mindestens 60 Prozent des Gewinns als Dividende an seine Aktionärinnen und Aktionäre auszuschütten. (apa)